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Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!

Unnötig hohe Acrylamid-Werte in Chips, Gebäck & Co.

Bild: fotolia.com; rvlsoft

Das ist das Problem

Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel gebraten, gebacken oder frittiert werden. Das betrifft zum Beispiel Lebkuchen, Chips, Kaffee, Pommes frites oder Frühstückscerealien. In Tierversuchen erwies sich Acrylamid als krebserregend und erbgutschädigend. Wie groß die von Acrylamid ausgehende Krebsgefahr beim Menschen ist, ist bis heute noch nicht abschließend geklärt. Unmöglich ist es, eine gesundheitlich unbedenkliche Höchstmenge festzulegen, da grundsätzlich bei jeder Menge ein Krebsrisiko bestehen kann.

Letzte Nachricht vom 04.10.2011 Alle Nachrichten

Acrylamid-Richtwerte gelockert

Das ist der Stand

Den Behörden liegen tausende von Acrylamid-Messdaten von Lebensmitteln vor, doch diese werden nicht aktiv veröffentlicht. Die Verbraucher werden daher über die Belastung im Unklaren gelassen. Das EU-weite Minimierungskonzept ist zum Scheitern verurteilt: Es setzt auf Signalwerte, die regelmäßig neu ermittelt werden – allerdings orientieren sie sich an den höchstbelasteten statt an den niedrigbelasteten Produkten. Und ein Überschreiten der Signalwerte hat lediglich zur Folge, dass die Behörden Gespräche mit den Herstellern führen, um sie zu einer Senkung der Acaylamidbelastung zu bewegen.

Tests von foodwatch haben gezeigt, dass eine geringere Belastung möglich ist – und es den Herstellern bei öffentlichem Druck auch gelingt, die Werte zu senken. Die staatlichen Signalwerte erreichen dies nicht – so liegt beispielsweise für Lebkuchen die Grenze seit Jahren unverändert bei 1000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm.

Das fordert foodwatch

  • Veröffentlichung: Die Behörden müssen die vorliegenden Daten über den Acrylamidgehalt der Lebensmittel veröffentlichen. Der Verbraucher hat ein Recht darauf zu wissen, welches Produkt in welcher Höhe belastet ist.

  • Kennzeichnung: Der Acrylamidgehalt muss direkt auf der Verpackung angegeben werden. Nur dann können sich die Verbraucher orientieren und ihre Belastung mit dem krebsverdächtigen Acrylamid senken. Nur das Käuferverhalten kann für die Hersteller ein Anreiz sein, die Acrylamidwerte zu senken.

  • Orientierung an „best practice“: Viele Hersteller, deren Produkte foodwatch über Jahre hinweg auf Acrylamid getestet hat, bewiesen, dass die Belastung extrem gesenkt werden kann. Die niedrigsten möglichen Acrylamidbelastungen müssen Grundlage für eine „gute Herstellungspraxis zur Vermeidung von Acrylamid-Kontaminationen“ sein. Alle Hersteller müssen verpflichtet werden, sich an dieser „best practice“ zu orientieren.

Zuletzt geändert am 09.11.2012