Alles Bio, oder was?

rote Tomate vor grünem Bio-Siegel

Das ist das Problem

Die ökologische Landwirtschaft hat eine bessere Umweltbilanz als die konventionelle. Deshalb sollte sich die Agrarwirtschaft der Zukunft konsequent an höchstmöglichen ökologischen Standards orientieren. Doch nicht jedes Bio-Produkt schneidet besser ab als ein konventionelles. Das liegt zum einen an den Schwachstellen der EU-Ökoverordnung, die den gesetzlichen Rahmen für Bio-Lebensmittel schafft. Zum anderen tragen auch Hersteller von Öko-Produkten dazu bei, dass nicht alles, was bio heißt, in den Augen der Verbraucher auch wirklich „bio“ ist. Nicht zuletzt ist Etikettenschwindel auch bei Bio-Lebensmitteln keine Ausnahme.

Das ist der Stand

Die europäische Politik scheut es, grundlegende Schwachstellen der Öko-Verordnung abzustellen. Beispiele: Weder der Wasserverbrauch bei der Erzeugung noch die Transportkosten noch der Verarbeitungsgrad spielen eine Rolle dabei, ob sich ein Lebensmittel „bio“ nennen darf. Ein fairer Wettbewerb zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft wird politisch verhindert: Konventionelle Bauern verursachen im Durchschnitt erheblich größere Umweltschäden, diese werden jedoch mithilfe von Steuergeldern beseitigt. Öko-Bauern dagegen tragen selbst höhere Kosten, um einen Teil der Umweltschäden zu vermeiden – auch dadurch werden Bio-Produkte teurer und konventionelle billiger.

Das fordert foodwatch

  • Verursacherprinzip anwenden: Wer die Umwelt schädigt, ob durch eine schlechte Klimabilanz oder durch Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger, die das Trinkwasser verunreinigen, muss dafür auch aufkommen. Das würde sich auf die Preise für Lebensmittel niederschlagen: Umweltfreundliche Produkte würden im Verhältnis billiger – ein echter Anreiz für eine möglichst ökologische Erzeugung.
  • Bio muss werden, was die Menschen von Bio erwarten: Dazu muss größtmögliche Transparenz vorgeschrieben und müssen die Schwachstellen in der EU-Ökoverordnung beseitigt werden.
  • Die Öko-Branche muss aufhören, Illusionen zu verbreiten (wie auch die gesamte Ernährungswirtschaft): Bio ist nicht immer und in jeder Hinsicht besser und gesünder. Etikettenschwindel muss auch bei Öko-Produkten durch konsequente Gesetze verhindert werden.
Zuletzt geändert am 03.03.2016
 
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