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Dioxin-Fund in Hessen

02.07.2004

In Hessen und Sachsen sind hochgiftige Dioxine in Futtermitteln entdeckt worden. Die Behörden streiten um Messwerte, statt schnellstmöglich die Giftquelle zu identifizieren und öffentlich zu machen. Unterdessen ist das belastete Futter zum größten Teil verfüttert worden. Ein Rechercheprotokoll.

Zwischen dem 11. und dem 14.06.2004 werden von der Chemischen Fabrik Fridingen Rübelmann aus Viernheim insgesamt 95 Tonnen Futteröl (sogenannte Fettsäure L 35 SK 81) aus einem Los von 105 Tonnen an vier Mischfutterwerke ausgeliefert. Zehn Tonnen verbleiben im Erzeugerbetrieb in Viernheim.

Am 28.06. meldet das Hessische Landwirtschaftsministerium eine Belastung von Futteröl mit Dioxinen in Höhe von 2,3 Nanogramm pro Kilo Futteröl. Der Grenzwert für Dioxin liegt im Futteröl bei 0,75 Nanogramm. Die Quelle ist wiederum die Chemische Fabrik Fridingen Rübelmann, wo wegen der PCB-Funde von den hessischen Behörden verschiedene andere Rückstellproben von Futterölen beschlagnahmt und untersucht wurden. Die Empfänger des Dioxin-Futteröls waren vier Mischfutterhersteller in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Alle vier Empfängerbetriebe sind QS-Mitglieder.

Als Ursache für die Dioxinbelastung gibt das hessische Umweltministerium am 01.07. "im Wesentlichen" eine aus Holland importierte Mischung aus Kokos- und Palmölen an, die mit mehr als neun Nanogramm pro Kilo den Dioxin-Grenzwert um das Zwölffache überschreitet. Eine Gesundheitsgefährdung von Verbrauchern bestehe angesichts der Verdünnung bei der Futterherstellung nicht.