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Hersteller stellen Produktion von Dorschleber ein

27.08.2007

Die Veröffentlichungen von foodwatch zur Dioxinbelastung von Dorschleber zeigen Erfolg: Der wichtigste Hersteller, die Firma Rügen Fisch, hat die Produktion ausgesetzt. Auch die Firma Stührk hat die Herstellung gestoppt. Die meisten Händler nahmen die Konserven aus den Regalen.

Der Marktführer im Bereich Dorschleberkonserven, die Rügen Fisch GmbH aus Sassnitz, hat nach den Veröffentlichungen von foodwatch die Produktion von Dorschleber vorläufig eingestellt. Das bestätigte ein Firmensprecher gegenüber der Ostsee-Zeitung. Auch die Firma Stührk Delikatessen Import GmbH aus Marne in Schleswig-Holstein verarbeitet die Leber des Ostsee-Kabeljaus nicht mehr. Die von foodwatch festgestellten überhöhten Dioxinbelastungen waren zuvor von amtlichen Lebensmittelkontrolleuren bestätigt worden. Die Firmen äußerten sich nicht dazu, ob sie zukünftig die weniger belastete Leber von Nordsee-Kabeljau verarbeiten werden.

Handel ruft Fischkonserven zurück

Die Handelsketten Edeka, Rewe, Kaiser's Tengelmann, Aldi Nord und das Berliner Kaufhaus KaDeWe hatten bereits im Juni auf die Informationen von foodwatch über die Dioxinbelastung von Fischkonserven reagiert und die belasteten Produkte aus den Regalen entfernt. Nur die Verbrauchermärkte Extra und Real, die vom Metro-Konzern betrieben werden, verkauften weiterhin Dorschleber der Marke Rügen Fisch. Und das, obwohl die Produkte dieser Firma im foodwatch-Test am höchsten mit krebserregenden Dioxinen und dioxinähnlichen PCB belastet waren.

Behörden uneinig

Während Hersteller und Händler zum Schutz der Verbraucher aktiv werden, herrscht bei den zuständigen Ministerien der Bundesländer Uneinigkeit über das Vorgehen. Einige Länder wie Hessen und Niedersachsen haben bereits stark dioxinbelastete Produkte zurückgerufen. Andere berufen sich darauf, dass für Dorschleber kein Grenzwert gelte. Die Rechtslage sei nicht eindeutig. Demnächst soll die Europäische Kommission über die Grenzwertregelung für den Dioxingehalt von Fischleber diskutieren. foodwatch wird sich weiter für einen klaren Höchstwert einsetzen. In ihren Reaktionen auf die Veröffentlichungen von foodwatch unterstützen verschiedene Bundesländer diese Forderung. Dr. Till Backhaus, Verbraucherschutzminister in Mecklenburg-Vorpommern, bittet foodwatch diesbezüglich ausdrücklich um Hilfe: "Sie würden die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden sehr unterstützen, wenn Sie sich für die Einführung eines Höchstwertes für Dioxine in Fischlebern an den Gesetzgeber wenden, um das gemeinsame Ziel zu erreichen."