Fastenzeit: Stimmt es, dass man den Körper „entgiften“ kann und ist eine Fastenkur im Alltag gesund?

01.02.2016
© Becker - fotolia.com

Antwort der Ernährungsexpertin

Die bevorstehende Fastenzeit zwischen Fastnacht und Ostern, beginnend am Aschermittwoch, ist nicht nur ein Brauchtum, sondern auch eine Zeit, die man nutzen kann, um bestimmte Genüsse oder Genussgifte zu meiden oder auch mal ganz auf das Essen zu verzichten - also bewusst zu fasten. 

Bei Ernährungsfragen weiß foodwatch-Expertin Dr. Astrid Gerstemeier Rat.

Was bedeutet Fasten?

Fasten ist der freiwillige, bewusste Verzicht auf feste Nahrung für eine begrenzte Zeit. Dazu gehört die entsprechende Vorbereitung – Einleitungsphase – und ebenso das „Fasten brechen“ und eine anschließende Aufbauphase.

Es gibt ganz unterschiedliche Fastenkuren, zum Beispiel das Fastenwandern oder begleitendes Fasten im Berufsalltag oder im Urlaub. Vor dem ersten Fasten sollte man sich genau überlegen, welche Form am geeignetsten ist. Gegebenenfalls kann man sich einer Gruppe unter der Begleitung eines erfahrenen Fastenleiters anschließen. Alle Interessierten müssen zunächst für sich erfahren, wie  sich  eine Fastenkur anfühlt. Wichtig ist dabei ein professioneller Ansprechpartner, um das Fasten bestmöglich gesundheitsförderlich durchzuführen.

Eine Vielzahl von Studien konnten in den letzten Jahren die positiven Effekte des regelmäßigen Fastens wissenschaftlich belegen, unter anderem  auch zur Vorbeugung chronischer Erkrankungen. 

Möchten auch Sie Fragen stellen? Dann werden Sie Fördermitglied!

Schon für 5 Euro im Monat ist die foodwatch-Mitgliedschaft zu haben, inklusive einer persönlichen Ernährungsberatung. Mehr erfahren

Ja, ich möchte Fördermitglied von foodwatch e.V. werden:

Was muss während des Fastens beachtet werden?

Es gibt verschiedene Arten zu fasten, die jedoch nicht uneingeschränkt für jeden geeignet sind. Der Körper braucht während des Fastens ein individuelles Maß an körperlicher Bewegung und ausreichende Ruhephasen. Bei einer richtig durchgeführten Fastenkur sind somit keine negativen Auswirkungen wie Muskelschwund oder ähnliches zu erwarten. Bewegung während des Fastens bewirkt sogar eher das Gegenteil, nämlich einen Muskelaufbau.

Wozu dient eine Fastenkur?

Fasten ist zur Reinigung, Entlastung und Regeneration des Körpers, nicht aber zu einer langfristigen Gewichtsreduktion geeignet. Wohl aber kann Fasten der Einstieg in eine andere Ernährungs- oder auch Lebensweise sein. Fasten kann den Impuls geben, um festgefahrene Gewohnheiten zu durchbrechen. Wird Fasten richtig durchgeführt, kommt kein Hungergefühl auf und die volle geistige und körperliche Leistungsfähigkeit bleibt erhalten. Dieses Wohlbefinden ist jedoch von der aktuellen körperlichen Konstitution, der Jahreszeit (extreme Hitze oder Kälte sind per se anstrengend für den Körper) und von beruflichen, emotionalen und körperlichen Belastungen abhängig. Zeitpunkt und Dauer einer Fastenkur sollten deshalb möglichst bewusst gewählt werden. 

Wer das erste Mal fastet sollte sich dafür Zeit nehmen und nicht in den Berufsalltag eingebunden sein. Für Fastenerfahrene ist fasten auch unter moderater beruflicher Anforderung möglich.

Ist Fasten gesund?

Kranke Menschen sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder unter ärztlicher Aufsicht fasten. Gerade bei chronischen Erkrankungen, zum Beispiel Haut- oder Gelenkerkrankungen, sind immer wieder bemerkenswerte Erfolge zu beobachten. Für Gesunde lohnt sich das Ausprobieren mit einem erfahrenen Fastenbegleiter in jedem Fall.

Der foodwatch-Newsletter

Sollen wir Sie wie  andere zu Fragen rund um Ernährung auf dem Laufenden halten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!

 
Newsletter abonnieren
Abonnenten:

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.