Zustimmung zu TTIP in der EU gesunken

13.01.2016

Der Zuspruch zum geplanten transatlantischen Handelsabkommen TTIP innerhalb der EU ist gesunken. Das geht aus einer Ende 2015 veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission hervor. Nachdem im Frühjahr 2015 noch 56 Prozent der Europäerinnen und Europäer das Abkommen zwischen EU und den USA befürwortet hatten, waren es im Spätherbst noch 53 Prozent. Noch immer ist eine Mehrheit für TTIP – doch vor allem in osteuropäischen Staaten sank der Anteil der Befürworterinnen und Befürworter teils deutlich. 

Im deutschsprachigen Raum sank die ohnehin schon geringe Zustimmung zu TTIP der Umfrage „Eurobarometer“ zufolge weiter: In Deutschland stehen nur noch 27 Prozent, in Österreich 22 Prozent der Menschen hinter dem Abkommen. Gleichzeitig stieg der Anteil der TTIP-Gegnerinnen und Gegner, in Deutschland von 51 auf 59 Prozent und in Österreich von 67 auf 70 Prozent. In beiden Ländern gibt es eine anhaltende TTIP-Debatte, auch Veranstaltungen wie die Stop-TTIP-Demo in Berlin, an der im Oktober 2015 bis zu 250.000 Menschen teilnahmen, machten das geplante Abkommen zwischen der EU und den USA zum öffentlichen Thema. Auch in den Niederlanden gibt es eine ähnliche starke Debatte – dort sank die Zustimmung um 10 Prozentpunkte: von 63 im Frühjahr auf 53 Prozent im Herbst. 

Meinungsumschwung in Tschechien und Slowenien

In den meisten anderen EU-Staaten besteht noch eine Mehrheit für TTIP. Vor allem in osteuropäischen Mitgliedsstaaten änderten jedoch viele Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr ihre Meinung: In Tschechien sank die Zustimmung zu einem Freihandelsabkommen mit den USA innerhalb von sechs Monaten von 62 auf 49 Prozent, statt 23 sind nun bereits 37 Prozent der Menschen gegen TTIP. Ähnliche, wenn auch nicht ganz so starke Einbrüche gab es in Slowenien, der Slowakei und in Ungarn. In Slowenien kippte das allerdings Mehrheitsverhältnis, im späten Herbst 2015 gab es nun mehr TTIP-Gegner (47 Prozent) als Befürworter (41).

Nur in zwei der 28 EU-Mitgliedsstaaten stieg der Anteil der TTIP-Befürworterinnen und Befürworter an, in allen anderen Staaten blieben die Werte gleich oder gingen zurück. Während die EU-weite Zustimmung um drei Prozentpunkte sank, stieg der Anteil der TTIP-Gegnerinnen und Gegner von 28 auf 32 Prozent. 

In ihrem Fragebogen hatte die Europäische Kommission nach der Meinung der Bürgerinnen und Bürger zum geplanten „Freihandels- und Investitionsabkommen“ gefragt. Der häufig negativ konnotierte Begriff „TTIP“ wird im Zuge der Umfrage nicht verwendet. 

 
Newsletter abonnieren
Abonnenten:

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Protestieren gegen TTIP: Unterzeichnen Sie jetzt die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative!
Buch „Die Freihandelslüge“

„Warum TTIP nur den Konzernen nützt – und uns allen schadet“. Ausführlich analysiert Thilo Bode in seinem aktuellen Buch die Folgen des geplanten Freihandel­s­­abkommens TTIP. (DVA, 272 Seiten, 14,99 €)

mehr lesen

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!