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Regionaler Schwindel und verwirrende Herkunftsangaben

Kartenausschnitt: Leibniz-Institut für Länderkunde e. V. (IfL), Leipzig

Das ist das Problem

Das Fleisch für den Schwarzwälder Schinken muss nicht aus dem Schwarzwald kommen, im Karton aus Deutschland können Eier aus anderen Ländern stecken und wo „regional“ drauf steht, muss noch lange kein regionales Produkt drin stecken. Die Herkunft von Lebensmitteln ist für viele Verbraucher beim Einkauf wichtig – doch weil die Lebensmittelindustrie mit Angaben geizt, lässt sie ihre Kunden in den meisten Fällen im Dunkeln tappen.

Das ist der Stand

Für die wenigsten Lebensmittel ist eine Herkunftskennzeichnung vorgeschrieben. 2010 gab es eine Transparenz-Initiative des Europäischen Parlaments: Die Abgeordneten wollten weitergehende Angaben für mehr Produkte zur Pflicht machen – scheiterten schließlich jedoch am Lobby-Druck der Lebensmittelindustrie, die vor allem bei den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten Gehör fand. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bringt seither nur noch ein freiwilliges Regionalfenster ins Gespräch. Doch wie das bei freiwilligen Angaben eben so ist: Wer schwindeln will, schwindelt weiter – und verzichtet eben auf genaue Herkunftsangaben, wenn diese nicht vorgeschrieben sind.

Das fordert foodwatch

Eine neue EU-weite Kennzeichnungsinitiative ist erforderlich: Hersteller müssen verpflichtet werden, die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben. Mit regionaler Herkunft darf nur dann geworben werden, wenn dies durch die tatsächliche Herkunft der Zutaten gedeckt ist und die Ursprungsregion (für Deutschland mindestens bundeslandgenau) für alle Zutaten angegeben wird.

15-Punkte-Plan gegen Verbrauchertäuschung

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Zuletzt geändert am 02.01.2013

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