Gefährliche Mineralöle in Reis, Nudeln, Cornflakes & Co.

Testergebnisse Mineralöl in Lebensmitteln

Viele Produkte, die foodwatch getestet hat, sind mit Mineralölen verunreinigt. 9 von 42 in Deutschland gekauften Produkten (21 Prozent) enthalten die möglicherweise krebserregenden und erbgutverändernden aromatischen Mineralöle (MOAH). 31 von 42 Produkten (74 Prozent) enthalten die sogenannten gesättigten Mineralöle (MOSH).

foodwatch hat insgesamt 120 in Kartons verpackte Lebensmittel in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland gekauft und in einem Labortest auf Mineralöl untersuchen lassen, 42 davon wurden in Deutschland gekauft. Da trockene und lange haltbare Lebensmittel besonders anfällig sind für den Übergang von Mineralölen aus der Verpackung ins Lebensmittel, standen diese im Fokus der Untersuchung. Der Schwerpunkt lag auf Reis, Nudeln und Cornflakes, weil diese häufig und in größeren Mengen verzehrt werden. Zudem wurden pro Land noch zwei spezifische, beliebte Produkte untersucht (Deutschland: Grieß, Frankreich: Couscous und Linsen, Niederlande: Schokostreusel). Nach dem Zufallsprinzip wurden für jede Produktkategorie sowohl gängige Marken als auch Handelsmarken ausgewählt. Schließlich wurden unter der Kategorie „Sonstige“ insgesamt 25 weitere verschiedene Produkte getestet, um zumindest stichprobenartig einen Eindruck von der Belastungssituation in anderen Lebensmitteln zu bekommen. Getestet wurde dabei nicht nur das Lebensmittel selbst, sondern auch die Verpackung.

Mineralöle hauptsächlich aus Verpackungen und Umkartons

Die Testergebnisse deuten darauf hin, dass die Mineralöle vor allem über die Verpackungen und Umkartons in die Lebensmittel gelangt sind. Bei einigen Produkten scheinen aber auch Schmieröle, Trennmittel oder die allgemeine Umweltverschmutzung die Ursache zu sein. Eindeutige Aussagen lassen sich hier nicht treffen, da die Produkte dafür auf mehreren Produktionsstufen untersucht werden müssten.

Auffällig war, dass einige Lebensmittel aromatische Mineralöle (MOAH) enthalten, obwohl sie augenscheinlich in Karton aus Frischfasern verpackt sind, der keinerlei aromatische Mineralöle enthält. Die Analyse des Labors deutet darauf hin, dass hier vermutlich Mineralöle aus der Umverpackung in die Lebensmittel gelangt sind, beispielsweise aus den oft für Transport und Lagerung verwendeten, aus Altpapier hergestellten Wellpappkartons.

fotolia.com: © nipaporn, © rimglow, © volff, © Winai Tepsuttinun, © Xavier; Montage foodwatch

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Einige Hersteller verwenden bereits wirksame Barrieren

Schließlich zeigt der Test, dass manche Hersteller – insbesondere bei einigen getesteten Cornflakes – anscheinend bereits wirksame Barrieren in den Altpapierverpackungen verwenden, die den Übergang von Mineralöl ins Lebensmittel verhindern. Diese Vermutung liegt nahe, wenn sich zwar hohe Mineralöl-Gehalte in der Verpackung nachweisen lassen, der Gehalt im Lebensmittel aber gering ist und auch im Zeitverlauf nicht weiter ansteigt.

Belastung kann bei Lagerung der Produkte weiter steigen

Wichtig: Dieser Test ist eine Momentaufnahme. Wenn die Produkte länger gelagert werden, kann noch mehr Mineralöl aus der Verpackung auf das Lebensmittel übergehen. Da die getesteten Produkte vor dem Test aber nur recht kurz gelagert wurden, lässt sich nicht ausschließen, dass einige Produkte ohne sichere Barriere nach längerer Lagerung noch stärker verunreinigt sein könnten.

Produkte in Frankreich und Niederlanden stärker belastet

Insgesamt enthalten 52 der 120 getesteten Produkte aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland (43 Prozent) krebsverdächtige und möglicherweise erbgutschädigende aromatische Mineralöle (MOAH). Die weniger gefährlichen gesättigten Mineralöle fanden sich in 100 von 120 getesteten Produkten (83 Prozent). Die in Frankreich und den Niederlanden eingekauften Produkte enthalten also Mineralöle deutlich häufiger – und auch in höheren Konzentrationen.

Vermutlich hat die seit Jahren in Deutschland diskutierte „Mineralölverordnung“, die den Übergang von Mineralölen in Lebensmittel beschränken soll, und die öffentliche Debatte nach der Veröffentlichung von Stiftung Warentest zu Mineralöl in Adventskalendern (12/2012) bereits einige deutsche Hersteller veranlasst, ihre Verpackungen entweder auf Frischfasern umzustellen oder für Altpapierverpackungen wirksame Barrieren zu verwenden.

Zuletzt geändert am 27.10.2015
 
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