„Aldi-Steaks für 1,99 Euro: Was sagt das über Tierhaltung aus?“

31.05.2017

Ein Aldi-Angebot von Schweinesteaks für nicht mal zwei Euro hat große Empörung ausgelöst. Aber: Was sagen Fleischpreise eigentlich wirklich über die Tierhaltungsbedingungen aus? Ein Kommentar von Matthias Wolfschmidt, Veterinärmediziner und Autor des Buches „Das Schweinesystem“.

Die Aufregung war groß: Aldi Süd verkaufte 600 Gramm mariniertes Schweinenackensteak für schlappe 1,99 Euro – und erntete mit dem Angebot harsche Kritik. So billig dürfe Fleisch doch nicht verramscht werden, beschwerte sich ein User auf der Facebook-Seite von Aldi Süd, tausende stimmten ihm zu, Medien griffen das Thema auf.

Höherer Preis = bessere Tierhaltung?

Die Empörung ist verständlich. Aber: Würde Aldi die Steaks anstatt für 2 Euro für 4 Euro verkaufen, was würde das ändern? Würden die Bauern mehr Geld bekommen und würden die Tiere in irgendeiner Weise besser gehalten? Oder würde Aldi einfach nur mehr Gewinn machen? Die Antwort ist: Unter den derzeitigen Marktbedingungen würde einzig und allein Aldi mehr Geld einstreichen. Denn der Fleischpreis sagt im Moment nichts darüber aus, wie gut und gesund die Tiere gehalten wurden – oder wie krank und schlecht. Ob teures Markenprodukt oder Billig-Fleisch vom Discounter: Wie viel Geld am Ende beim Landwirt ankommt, wissen wir Verbraucherinnen und Verbraucher nicht.

Bild: Fotolia / fotomaster, grafikplusfoto, shishiga, vlad klok

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Aldi und Co. drücken die Preise 

Fakt ist aber auch: Die großen Handelskonzerne drücken mit ihrer Marktmacht die Preise – auf Kosten der Bauern und auf Kosten der Tiere. Aldi, Rewe, Lidl, Edeka und Co. haben es in der Hand, bessere Lebensbedingungen für alle Nutztiere durchzusetzen: Sie müssen den Tierhaltern faire Preise garantieren, damit diese von guter Tierhaltung auch leben können. Schnäppchen werden dann weder auf Kosten der Tiere noch der Bauern gehen – und vermutlich nicht mehr für 1,99 Euro zu haben sein. Denn, ja, Fleisch und tierische Lebensmittel müssen teurer werden, aber das Geld muss auch bei den Landwirten ankommen und in eine bessere Tierhaltung fließen. 

Zeit für eine echte Tierhaltungswende!

Wir von foodwatch sind der Meinung: Es ist Zeit für eine echte Tierhaltungswende! Wir brauchen endlich eine Politik, die tiergerechte Haltungsbedingungen für alle Tiere garantiert. Nutztiere dürfen nicht länger durch die Haltungsbedingungen krank gemacht werden! Das erreichen wir nur über politischen Druck – unterschreibt daher jetzt hier unsere Protestaktion: www.tierhaltungswende.de  

Matthias Wolfschmidt ist stellvertretender foodwatch-Geschäftsführer, Veterinärmediziner und Autor des Buches 

„Das Schweinesystem: Wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden“.

Darin beschreibt er eindringlich die un­­er­­träg­­lichen Zu­­­stände in der Tier­­­haltung – und zeigt Lösungen.

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