Die Pille zum Aufs-Brot-Schmieren

Becel pro.activ von Unilever

  • Wer krank ist, sollte zum Arzt gehen 10.11.2011 | „Ich war ein wenig über meinen Cholesterinspiegel besorgt. Deshalb habe ich angefangen, täglich Becel pro.activ zu essen“, sagt eine Frau mittleren Alters im aktuellen TV-Spot zur vermeintlichen Wunder-Margarine. Doch sie wäre gut beraten, der Empfehlung von Unilever nicht zu folgen. Wer über seinen Cholesterinspiegel „besorgt“ ist, sollte zum Arzt gehen und nicht in den Supermarkt. Was dann bei erhöhtem Cholesterinspiegel zu tun ist, muss der Arzt entscheiden und nicht Unilever. Kein Bauchgefühl und keine TV-Werbung.

  • Becel pro.apotheke 10.11.2011 | Becel pro.activ will offenbar kein schnödes Lebensmittel sein, sondern am liebsten auch ein Medikament. Tatsächlich enthält die Margarine in hochkonzentrierter Form Pflanzensterine, ein Wirkstoff, der den Cholesterinspiegel senkt. Die auf der Packung empfohlene Tagesdosis entspricht so viel Pflanzensterinen wie in rund 5½ kg Brokkoli oder 16 kg Bananen. Und, wie Medikamente, kann auch Becel pro.activ Nebenwirkungen haben. Deswegen sind sich Behörden einig: Personen ohne Cholesterinproblem sollten diese Produkte ausdrücklich meiden. Was hat Becel pro.activ dann noch neben Rama und Lätta im Kühlregal zu suchen? Nichts.

  • Wirkung ist nicht Nutzen 10.11.2011 | Laut einer Branchenzeitung hat Unilever mehr als 100 Mio. Euro ausgegeben, um die Wirkung von Becel pro.activ zu belegen. Doch zwischen Wirkung und Nutzen besteht ein gewaltiger Unterschied: Eine Wirkung hat die Margarine, weil sie den Cholesterinspiegel offenbar senken kann. Doch es fehlt der Nachweis, dass durch Becel pro.activ auch z.B. weniger Herzinfarkte auftreten, der tatsächliche Nutzen ist also nicht belegt. Anders als bei (richtigen) Medikamenten. Deswegen betet Unilever die belegte Cholesterin-Senkung hoch und runter, vermeidet aber konkrete Aussagen zu Effekten auf die Herzgesundheit. Ziemlich dreist, oder?

  • Selbstmedikation zum Wucherpreis 10.11.2011 | Längst nicht alle Verbraucher von Lebensmitteln mit Pflanzensterinen haben auch einen erhöhten Cholesterinspiegel. Kein Wunder, denn diese „Lebensmittel“ liegen schließlich frei verkäuflich im Kühlregal. In diesem Fall ist Becel pro.activ nicht nur nutzlos und sündhaft teuer - sie kostet mehr als das sechsfache normaler Margarine -, sondern birgt unnötige Risiken, denn es gibt Hinweise auf bedenkliche Nebenwirkungen. Vielleicht verursachen die enthaltenen Pflanzensterine das, was sie eigentlich verhindern sollen: Ablagerungen in Gefäßen und damit ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten. Trotzdem kann jeder Becel pro.activ einfach so kaufen.

  • Zu Risiken und Nebenwirkungen 10.11.2011 | foodwatch hat Unilever gefragt, weshalb der Konzern nicht auf die möglichen gesundheitlichen Risiken hinweist, auf die verschiedene Studien hindeuten. Darin sah Unilevers PR-Manager allerdings kein Problem und verwies stattdessen auf US-amerikanische Fachgesellschaften, die Pflanzensterine für die Ernährung empfehlen. Vielleicht hätten die Unilevers mal bei deutschen Fachgesellschaften wie der Deutschen Herzstiftung nachfragen sollen. Die rät nämlich eindeutig von dem Verzehr von Pflanzensterinen ab! Fazit: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie nicht Unilever!

  • Becel und seine Freunde 10.11.2011 | Unilever ist nicht der einzige Konzern, der Möchtegern-Medikamente zur Cholesterinsenkung vertreibt. Konkurrenz gibt es unter anderem von den Walter Rau Lebensmittelwerken (Deli Reform Active), Emmi (Benecol) und Danone (Danacol). Die Lebensmittelindustrie versucht sich mit diesen Produkten als Heilsbringer für eine Volkskrankheit zu inszenieren. Doch damit sendet sie das völlig falsche Signal, man solle mithilfe von Joghurt-Drinks und Margarine in Eigenregie an seinen Blutwerten herumregulieren. Wer krank ist, sollte zum Arzt gehen und nicht in den Supermarkt.

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