Zucker ab dem 12. Monat

Kinder-Früchtetee von Hipp

  • 09.05.2012 | Seine Instant-Tees „Früchte“, „Waldfrüchte“ und „Apfel-Melisse“ (ab dem 12. Monat) vermarktet Hipp als „Durstlöscher“ für „Babys, Klein- und Schulkinder“. Auf der eigenen Internetseite werden die Produkte unter der Überschrift „Was und wie viel sollten Babys und Kleinkinder trinken“ gar auf eine Stufe mit Mineralwasser und stark verdünnten Fruchtsaftschorlen gestellt. Doch während jene in der Kinderernährung – ebenso wie ungesüßte Tees – tatsächlich gute Durstlöscher sein können, sind die Hipp-Produkte alles andere als gesund und empfehlenswert.

  • 09.05.2012 | Die Hipp-Tees ab dem 12. Monat bestehen hauptsächlich aus Zuckergranulat und enthalten pro fertige 200-Milliliter-Tasse 7,6 Gramm Zucker – umgerechnet ca. zweieinhalb Stück Würfelzucker. Es sind schlicht Süßgetränke und keine guten Durstlöscher. Claus Hipp bürgt „mit seinem Namen“ für „kindgerechte“ und „gesunde“ Lebensmittel und weiß angeblich, dass er als Hersteller von Babynahrung „große Verantwortung“ trägt. Doch warum vermarktet er dann Zuckertees entgegen allen gängigen Empfehlungen als Durstlöscher für Kinder?

  • 09.05.2012 | Schon lange kritisieren Zahnärzte Zuckergranulat-Tees für Kleinkinder, weil das andauernde Trinken aus Nuckelflaschen zu schwerer Karies führen kann. Darauf weist Hipp auf der Verpackung sogar hin. Und verwendet für einige Tees inzwischen „zahnfreundlichen“ Zucker. Doch gesüßte Tees sind nicht nur ein Problem, weil sie Zahnschäden verursachen. Sie fördern die Gewöhnung an süße Getränke, die später ein bedeutender Risikofaktor für Übergewicht werden können. Ein Nuckel-Warnhinweis löst das Problem also noch lange nicht.

  • 09.05.2012 | Bis Anfang April 2012 empfahl Hipp Instant-Tees noch ab dem 8.Monat, inzwischen wurde die Altersempfehlung auf den 12. Monat angehoben und das Etikett geändert. Laut Hipp, um „sicher zu gehen, dass dieses Getränk ausschließlich über die Tasse gegeben wird“ und damit allzu dramatischen Zahnschäden vorzubeugen. Doch: Als geeigneter Durstlöscher wird der Zuckertee nach wie vor beworben. Eltern wird suggeriert, Zuckergranulat-Tee sei ein empfehlenswertes Kindergetränk. Verantwortungsvolles Marketing sieht anders aus.

  • 09.05.2012 | Für Kinder wird als Durstlöscher vor allem eines empfohlen: Wasser. In Ordnung sind auch stark verdünnte Säfte und ungesüßte Tees. Ungesüßt. Deshalb bewertet der von der Bundesregierung geförderte aid-Infodienst die Hipp-Tees auch als Süßigkeit. Hipp bestreitet das in einem Schreiben an foodwatch einfach und argumentiert allen Ernstes, Eltern würden zu Hause eh häufig nachsüßen. Lieber Herr Hipp, diese absurde Ausrede akzeptieren wir nicht. Übernehmen Sie die Verantwortung, die Sie öffentlich so gern beteuern!

E-Mail-Aktion an Hipp eingestellt

Die Werbelüge des Jahres 2012 ist Geschichte: Nach massivem Verbraucherprotest hat Claus Hipp die zuckrigen Instant-Früchtetees ab dem 12. Monat vom Markt genommen.

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