Land-Imitat vom Fließband

Landlust Mirabelle & Birne von Teekanne

  • 25.01.2012 | „Genießen Sie einen kleinen Ausflug aufs Land und entdecken Sie den ursprünglichen Genuss vertrauter Früchte, die noch in Ruhe heranreifen können“, verspricht TEEKANNE auf der Verpackung des Früchtetees „Landlust Mirabelle & Birne“, auf der goldgelbe Mirabellen und Birnen prangen. Doch genau genommen ist das Produkt ein ganz normaler Industrie-Früchtetee: Billige Standard-Zutaten plus Aroma für imitierten Geschmack. Trotzdem ist er mit 4 Euro je 100 Gramm deutlich teurer als normaler Früchtetee.

  • 25.01.2012 | Lassen Sie sich nicht vom Namen „Landlust Mirabelle & Birne“ verführen. Wie bei den allermeisten Früchtetees sind die Hauptzutaten Äpfel, Hibiskus und Hagebutte – die sind nämlich am billigsten zu bekommen. Damit der Tee trotzdem nach den „vertrauten Früchten“ von der Verpackungsvorderseite schmeckt, wird mit nicht näher definierten „natürlichen Aromen“ nachgeholfen. Ursprünglichkeit und Naturbelassenheit „wie aus dem eigenen Garten“? Das gibt’s bei TEEKANNE nur in der Werbung, nicht in den Teebeuteln.

  • 25.01.2012 | Nun darf man sich fragen: Ist das legal, goldgelbe Mirabellen auf die Verpackung zu drucken, wenn nur ein Aromastoff deren Geschmack imitiert? Offenbar schon. Die Kennzeichnung ist konform mit dem „Leitsatz“ für aromatisierte teeähnliche Erzeugnisse der Lebensmittelbuchkommission, die beim Bundeslandwirtschafts-ministerium angesiedelt ist. Produktname und Fruchtab-bildungen müssen bloß die „Geschmacksrichtung“ beschreiben. Das nennt man dann wohl staatlich garantierte Verbrauchertäuschung.

  • 25.01.2012 | In Zeiten grassierender Landflucht sehnt sich der Mensch offenbar nach dem ihm unbekannt gewordenen Landleben. Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und Entschleunigung als Ingredienzien der Idylle. Die Lebensmittelindustrie kennt sich aus mit diesen Sehnsüchten, wie ein Besuch im Supermarkt zeigt: Neuerdings wimmelt es nur so von „Land“-Lebensmitteln. Doch im Regelfall wird hier Standard-Industrieware verkauft. Also das, wovor der Mensch mit seiner Sehnsucht eigentlich fliehen möchte.

  • 25.01.2012 | foodwatch hat TEEKANNE gefragt, woher die verwendeten Zutaten stammen und woraus die „natürlichen Aromen“ hergestellt werden. Doch der Marktführer für Tee ist nicht sonderlich auskunftsfreudig: Keine Angaben zur Herkunft der Früchte, keine Angabe zur Zusammensetzung der natürlichen Aromen. Basta! Die Rohwaren stammen „überwiegend aus kontrolliertem Vertragsanbau“ heißt es. Toll, TEEKANNE! Das sagt ungefähr ganz genau gar nichts aus.

  • 25.01.2012 | Um die Verkaufszahlen anzukurbeln, hat TEEKANNE die ehemalige Spitzensportlerin Steffi Graf unter Vertrag genommen. Als das „TEEKANNE-Gesicht“ ist sie weltweit im Einsatz für den Erfinder des „Doppelkammerbeutels“. Auch für die „Landlust“-Tees hat sie posiert. Ihr Fokus liegt auf der Produktlinie „Harmonie für Körper & Seele“. Auffällig: Zufällig ist diese Linie offenbar die teuerste im Sortiment. Je mehr Promi-Faktor, desto höher der Preis. Wird Steffis Gage etwa einfach auf den Verbraucher umgewälzt?

E-Mail-Aktion an Teekanne eingestellt

14.000 Verbraucher hatten sich bei Teekanne über den Landlust-Schwindel beschwert. Nun hat Teekanne das Produkt aus dem Sortiment genommen.

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