Unser täglich Salz gib uns heute

Ferdi Fuchs Mini Würstchen von Stockmeyer

  • Comics für die Kids, Calcium für die Eltern 17.02.2011 | Wenn’s um Kinder geht, holen Marketing-Leute zum Doppelschlag aus: Comics zum Anfixen der Kleinen, Gesundheitsversprechen als Balsam für die Eltern. Stockmeyer macht das genau so und fabuliert von „Knochen stärken“ und „Zellwachstum“ bis hin zu „reibungslosem Stoffwechsel“. Das ganze hat aber einen Haken: In 100g der Würstchen verstecken sich 24g Fett, davon 10g gesättigte Fette, sowie stolze 2g Salz. Die Lebensmittelampel stünde damit 3 Mal auf Rot, was bedeutet: nur in kleinen Mengen hin und wieder verzehren. Stockmeyer aber empfiehlt Ferdi als täglichen Snack. Ziemlich dreist, finden Sie nicht auch?

  • Unser täglich Salz gib uns heute 17.02.2011 | Die tägliche Salzaufnahme von Kindern ist hoch. Zu hoch, findet auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Deswegen empfiehlt es die „Verringerung des Salzgehaltes in Lebensmitteln“. Bei Stockmeyer ist das scheinbar noch nicht angekommen: Ein Päckchen deckt knapp den minimalen täglichen Bedarf an Salz. Und dabei sind die Würstchen nur als Zwischenmahlzeit gedacht. Das Problem: Wer als Kind zu viel Salz zu sich nimmt, erhöht das Risiko, später an Bluthochdruck zu leiden. Die Würstchen sind also eher der tägliche Beitrag zu Bluthochdruck statt ein „täglicher Beitrag für die gesunde Ernährung“, wie behauptet.

  • Fleisch ist mein Gemüse 17.02.2011 | Kids essen kaum Gemüse, Eltern kennen das. Stockmeyer hat da eine Lösung: Vitaminwurst. Der „clevere Snack“ ersetzt das Grünzeug schein- und wunderbar. Der Haken daran: Kinder essen ohnehin schon zu viel Fleisch. Ein Drittel der Jungen zwischen 6 und 11 sogar mehr als doppelt so viel, wie das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund empfiehlt. Auch wenn das Stockmeyer wenig gefallen wird: Kinder brauchen keine neuen Anlässe, Fleisch zu essen – und demnach keine Vitaminwurst. Auch wenn’s Wurstfabrikanten weh tut: mehr Obst und Gemüse in die Frühstücksbox, da sind die Vitamine schon drin.

  • Kinder als Marketing-Zielscheibe 17.02.2011 | Stockmeyer bemüht sich, die Kids in ihrer kindlichen Gedankenwelt abzuholen: Von bunten Online-Spielen über Ausmalbilder bis hin zu eigens produzierten Comic-Filmchen ist auf der Ferdi Fuchs-Website alles zu finden, was das Herz begehrt. Dass es sich dabei um Werbung handelt, die wirtschaftliche Ziele verfolgt, können die Kids oft noch nicht erkennen. Praktisch für Stockmeyer – so kann man die Kleinen nämlich „spielend“ auf den Geschmack und die Wurst bringen. Wenn’s gut läuft, erhöht das den „Quengelfaktor“ beim nächsten Einkauf – und die Kleinen lassen keine Ruhe, bis das heiß geliebte Comicfüchschen im Korb landet.

  • Mitten in der Salzwüste 17.02.2011 | Stockmeyer ist nicht der einzige Wurstfabrikant, der Wurst für Kinder vermarktet, die den Eindruck erwecken soll, speziell auf die Bedürfnisse der Kleinen zugeschnitten zu sein. Auch Hersteller wie Böklunder oder Reinert sind dabei. Eines haben alle gemeinsam: Bei der „Abstimmung“ auf die Bedürfnisse von Kindern scheinen sie den Salzgehalt erfolgreich zu ignorieren – der ist nämlich genau so hoch wie bei „normaler“ Wurst. Schlimmer noch: Rote Ampeln für Salz sind die Regel im Kinderwurst-Angebot. Anstatt künstlich Vitamine zuzusetzen, sollten die Hersteller lieber über eine Salzreduktion nachdenken.

E-Mail-Aktion an Stockmeyer eingestellt

Nach Verbraucherprotest stellte Stockmeyer in Aussicht, unter Umständen den Salzgehalt senken zu wollen. Doch passiert ist bis heute nichts.

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