Joghurt-schwerer Schwindel

Yogurette von Ferrero

  • Schmeckt nach Verbrauchertäuschung 09.04.2009 | „Schmeckt joghurt-leicht“ - so lautet der Yogurette-Werbespruch. Ob etwas überhaupt „leicht“ schmecken kann, sei mal dahin gestellt. „Leicht“ i s t Yogurette definitiv nicht. Im Gegenteil. Sie enthält mehr Kalorien und Fett als zum Beispiel Milka-Vollmilchschokolade. Besonders dreist ist: Verbraucher erfahren dies beim Einkauf gar nicht. Ferrero veröffentlicht die Nährwerte nämlich weder auf der Verpackung noch auf der Yogurette-Homepage. Nur die Nährwerte von Erdbeeren im Allgemeinen finden sich auf der Internetseite. Und das ist im Speziellen ziemlich nutzlos, denn mit echten Erdbeeren hat Yogurette so gut wie nichts zu tun.

  • Der rosarote Schwindel 09.04.2009 | Wohlfühlplaner, Audio-Fitness, Yoga-Übungen – die Yogurette-Homepage strotzt nur so vor rosa Sportlichkeit. Was den falschen Eindruck erweckt, Yogurette sei eine irgendwie „schlanke“ Schokolade. Außerdem gibt’s auf jeder Schachtel einen „just sports“-Punkt. Wer in 5 Monaten genug von den goldenen Talern sammelt, die sich auf vielen Ferrero-Produkten finden, der bekommt so sportliche Prämien wie Fußbälle oder Trainingsjacken. Für einen Ball, die kleinste Prämie, werden 60 Punkte benötigt. Das bedeutet: 60 Schachteln Yogurette. Oder 30 Gläser Nutella. Ob ein Ball reichen wird, um das wieder abzutrainieren?

  • Rote Ampel statt rosaroter Märchen 09.04.2009 | Den Kalorien-, Fett- und Zuckergehalt von Yogurette druckt Ferrero nicht auf die Verpackung. Nur auf telefonische oder schriftliche Anfrage teilt das Unternehmen die Nährwerte mit – allerdings nicht vollständig. Zum Zuckergehalt möchte man nämlich keine Angaben machen. Süßwarenhersteller Ferrero geizt also mit Nährwertinformationen, wo es geht, und will mit dem Zuckergehalt seiner Produkte nicht herausrücken. Gibt sich aber gleichzeitig als engagierter Sportsponsor und Fitness-Vermittler. Scheinheiliger geht es wohl kaum. Allerdings zeigt sich hier ganz klar: Die Ampelkennzeichnung ist längst überfällig!

  • Verboten und trotzdem legal 09.04.2009 | Laut einer EU-Verordnung, die gesundheitsbezogene Werbung regulieren soll, dürfen Produkte nur dann mit dem Begriff „leicht“ beworben werden, wenn sie 30% weniger Kalorien enthalten als vergleichbare Produkte. Ferreros „schmeckt joghurt-leicht“-Slogan verstößt gegen diese Verordnung. Warum die Werbung trotzdem legal ist? Weil es für Marken, die schon vor 2005 im Handel waren, eine Übergangsfrist von 15 Jahren, also bis 2022 gibt. Klingt unglaublich, ist aber wahr. Echt erfolgreiche Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie. Und freiwillig aufhören Verbraucher zu täuschen? Das fällt Ferrero offenbar nicht mal im Traum ein.

  • Topmodel-Täuschung 09.04.2009 | In Heidi Klums „Topmodel“-Show suchte Yogurette im März 2009 ein „neues Kampagnengesicht“. Dafür, so die Yogurette-Homepage, „mussten die Mädchen auch ihr Bewegungstalent“ unter Beweis stellen. Und Casting-Gewinnerin Marie gab dabei zu Protokoll, sie bewege sich gern und mache auch privat viel Sport. Yogurette und Sport? Neu ist diese Strategie nicht – seit Jahren zieren sportliche junge Frauen die Werbespots von Yogurette. Besonders dreist ist der Trick trotzdem. Denn sportlich oder schlank ist an der Yogurette rein gar nichts. Gerade wegen der fehlenden Nährwertkennzeichnung ist sie vor allem eines: Germany’s Next Top-Täuschungs-Modell.

  • Grob unsportliches Verhalten 09.04.2009 | Sammelpunkte für Trainingsjacken und Sporttaschen, gemeinsame Aktionen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, Werbung mit der Fußballnationalmannschaft – Ferrero wirbt mit Sportlern und Sportprogrammen wie kaum ein anderer Hersteller. Eine scheinheilige Allianz, schließlich produziert das Unternehmen vor allem Süßwaren. Gleichzeitig enthält Ferrero Verbrauchern Nährwertinformationen vor. Den Fett- oder Kaloriengehalt von Yogurette beispielsweise können Verbraucher beim Einkauf nicht überprüfen, denn er steht nicht auf der Packung. Für ein solches Foul-Spiel verdient Ferrero den sofortigen Platzverweis.

  • Volle Power Erdbeerpulver 09.04.2009 | Yogurette, so steht es auf der Verpackung, enthält eine „Magermilchjoghurt-Erdbeer-Creme“. Mhhh, Erdbeeren – das sind doch „Power“-Früchte und „Gesundheit pur“! Wird jedenfalls auf der Yogurette-Homepage geschwärmt. Erdbeeren liefern „wichtige Vitamine und Mineralstoffe“ und sind „zugleich ein genussvoller Schlank- und Muntermacher“, heißt es dort. Doch wer auf diese Eigenschaften wert legt, dem hilft Yogurette leider auch nicht weiter. Denn in der stecken genau 5,5% „Erdbeergranulat“. Und das besteht aus Zucker, Fett und – naja, ein bisschen Erdbeerpulver. Mhhh …

E-Mail-Aktion an Ferrero eingestellt

5.800 Verbraucher beschwerten sich bei Ferrero über die verlogene "Leichtigkeit". Ferrero änderte nun seine Werbekampagne, doch die Botschaft bleibt dieselbe.

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