Das sind die 5 dreistesten Gesundheits-Werbelügen

12.04.2017

Die Lebensmittelindustrie instrumentalisiert unseren Wunsch nach Gesundheit und Wohlbefinden für ihre Profitinteressen: Ausgerechnet solche Produkte, die alles andere als gesund sind, werden mit irreführenden Gesundheitsversprechen beworben. Fünf Hersteller treiben es auf die Spitze: salzig-fettige Wurst „für das Immunsystem“ bei Kindern, überzuckerte Getränke für die Zähne oder Zuckerflocken für ein „ausgewogenes Frühstück“ – mit solchen dreisten Gesundheitslügen muss Schluss sein! Unterschreiben Sie unsere Protestaktion an Nestlé, Aldi Nord & Co!

Hallo und guten Tag,

immer mehr Menschen in Deutschland wollen gesund essen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse. Die Befragten räumen Gesundheit bei der Ernährung den höchsten Stellenwert ein. Die Lebensmittelindustrie instrumentalisiert den Wunsch nach gesunden Lebensmitteln für ihre Profitinteressen: Ausgerechnet unausgewogene, zu zuckrige, fettige, salzige  Produkte werden mit einem gesunden Anstrich beworben. Damit torpedieren die Hersteller das Bemühen der Menschen, sich gesund zu ernähren.

Leider ist ein solcher Gesundheitsschwindel in der EU legal: Lebensmittelhersteller dürfen bisher selbst Süßigkeiten oder zuckrige Getränke mit Gesundheitsversprechen vermarkten – wenn sie einfach Vitamine oder Mineralstoffe künstlich zusetzen. Wie dreist die Industrie vorgeht zeigen diese fünf Produkte.

1. Nesquik Frühstücksflocken

Mit großen Hinweisen auf den Gehalt von Vollkorngetreide, Vitaminen und Mineralstoffen will Hersteller Nestlé seinen Nesquik-Frühstücksflocken einen gesunden Anstrich verpassen. Tatsächlich besteht das Schoko-Frühstück aber zu einem Viertel aus Zucker – und ist damit keineswegs ein ausgewogener Start in den Tag für Schulkinder, sondern schlicht eine Süßigkeit.

2. Dextro Energy

Die kleinen Täfelchen suggerieren, der Mensch müsse Traubenzucker konsumieren, um geistige und körperliche Leistung zu erbringen. Die Wahrheit: Wer regelmäßig hohe Mengen Zucker zu sich nimmt, wird nicht leistungsfähiger, sondern hat ein höheres Risiko für Übergewicht und Diabetes. Den Traubenzucker, den wir tatsächlich brauchen, kann unser Körper aus Stärke selbst aufspalten.

3. Ferdi Fuchs Mini Salami

Hersteller Stockmeyer bewirbt seine „Ferdi Fuchs Mini Salami“ wie ein Wundermittel für die Kindergesundheit: für das Immunsystem, für geistige Leistung und Zellschutz sowie gegen Müdigkeit. Doch die Salami enthält mehr Fett und sogar doppelt so viel Salz wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinderlebensmittel empfohlen. 

4. Ovomaltine

Der Schweizer Hersteller Wander bewirbt sein kultiges Kakaopulver als „tägliche Energie für körperliche und geistige Leistungsfähigkeit“. Doch zahlreiche zugesetzte Vitamine, Mineralstoffe und der charakteristische Malzgehalt ändern nichts daran: Ein Getränk mit umgerechnet fast sieben Zuckerwürfeln pro 200-Milliliter-Glas ist eine Süßigkeit und kein gesunder Energielieferant.

5. Vollfit Joghurt Drink Erdbeere-Banane von Milsa+

Aldi Nord bewirbt das Kinder-Joghurt-Getränk seiner Eigenmarke als Beitrag für das Immunsystem sowie für Knochen und Zähne. Doch die umgerechnet sechs Zuckerwürfel pro 125-Gramm-Fläschchen begünstigen Übergewicht und Karies. „Vollfit“ macht eher „voll fett“ und ist kein empfehlenswertes Produkt für Kinder.

Wir dürfen uns diese dreisten Werbelügen nicht mehr gefallen lassen! Die Lebensmittelindustrie muss endlich aufhören, ihre eigenen Profitinteressen über die Gesundheit zu stellen. Unsere Erfahrung bei foodwatch hat uns eins gelehrt: Protest wirkt! Deshalb bitten wir Sie: Machen Sie mit bei unserer Protestaktion gegen Nestlé, Aldi Nord und Co.!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir von foodwatch stehen im Kampf gegen Verbrauchertäuschung im Supermarkt einem übermächtigen Gegner gegenüber. In unseren Büros in Berlin, Amsterdam und Paris machen rund 30 Aktivistinnen und Aktivisten Druck auf die Lebensmittelindustrie. Alleine bei Nestlé arbeiten 335.000 Menschen. foodwatch ist unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanziert sich ausschließlich aus Beiträgen von privaten Spenden. In Deutschland ermöglichen uns bereits 36.000 Unterstützerinnen und Unterstützer die Arbeit. Seien auch Sie dabei: www.foodwatch.de/mitglied-werden

 
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