Ja geht's noch?! Coca-Cola sponsort Charité

05.02.2016

Hallo und guten Tag, 


wir bei foodwatch sind ja (leider!) einiges gewohnt, was Lobby-Machenschaften der Lebensmittelwirtschaft angeht. Aber wenn man sich anschaut, was wir jetzt zu Coca-Cola und der Berliner Uni-Klinik Charité herausgefunden haben, dann fragt man sich wirklich: Ja geht's noch?!

Der Reihe nach: Im Dezember haben wir Coca-Cola öffentlich aufgefordert, alle finanziellen Zuwendungen an Wissenschaftler und Gesundheitsprojekte in Deutschland offenzulegen. Der Limo-Riese reagierte und stellte eine Liste über seine sogenannten "Gesundheitspartnerschaften" ins Internet. Und was da drin steht, ist wirklich interessant: Von 2010 bis 2015 hat Coca-Cola insgesamt fast 7,5 Millionen Euro im Bereich Gesundheit, Ernährung und Bewegung investiert, davon knapp 1,5 Millionen für Forschung. An 23 Organisationen und Forschungseinrichtungen flossen Gelder, unter anderem an das Deutsche Kinderhilfswerk, die Universität Paderborn oder den Deutschen Olympischen Sportbund.

Einer der größten Empfänger: die Charité Berlin. Das renommierte Uni-Krankenhaus hat insgesamt eine Million Euro von Coca-Cola angenommen. Der Softdrink-Hersteller sponserte ausgerechnet eine Plattform zum Thema Herzerkrankungen - dabei sind Zuckergetränke wie Coca-Cola mitverantwortlich für den weltweiten Anstieg von Übergewicht und chronischen Krankheiten, Herzinfarkte inklusive.

Es ist wirklich traurig: Die Charité lässt sich vor den Werbekarren von Coca-Cola spannen und präsentiert den Konzern damit als Teil der Lösung statt als Teil des Problems - damit muss Schluss sein! Wir fordern daher die Charité auf, sämtliche Kooperationen mit Coca-Cola umgehend zu beenden und auch für die Zukunft auszuschließen!

Machen Sie jetzt mit unter: www.charite.foodwatch.de

Zwischen 2010 und 2005 hat Coca-Cola 1.002.000 Euro für Forschung zur Herzgesundheit bei Frauen an das Charité-Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GIM) überwiesen. Gestern hat die Charité zwar erklärt, eine "Verlängerung der Unterstützung" durch Coca-Cola sei "nicht geplant". Eine deutliche Distanzierung sieht jedoch anders aus... Nach wie vor tritt die Direktorin des GIM, Prof. Dr. Dr. Regitz-Zagrosek, sogar als Markenbotschafterin auf und leiht der Coca-Cola-Kampagne "Hör auf Dein Herz" ihr Gesicht. Mit der "gemeinsamen Initiative" möchte Coca-Cola nach eigenen Angaben "Frauen über die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen aufklären".

Es ist ein schlechter Witz: Ausgerechnet der größte Limo-Produzent der Welt will Frauen über die Vorsorge von Herz-Kreislauferkrankungen aufklären. Softdrinks wie Coca-Cola fördern Übergewicht, Diabetes und auch Herzerkrankungen. Doch diese Debatte über die eigene Verantwortung will Coca-Cola unbedingt vermeiden. Die Charité darf da nicht länger mitspielen. Protestieren Sie daher JETZT gegen die Verantwortlichen bei der Charité.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

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