Jetzt unterschreiben für die Ampel!

09.12.2016

Angaben zum Zucker-, Fett- und Salzgehalt sind jetzt Pflicht - aber nur millimeterklein auf der Rückseite der Verpackung. Und auf der Vorderseite können Hersteller unausgewogene Produkte mit Miniportionsgrößen gesundrechnen. Dabei gibt es ein simples Kennzeichnungssystem, das Zuckerbomben auf den ersten Blick entlarven würde: die Ampelkennzeichnung. Im kommenden Jahr wird in Deutschland gewählt. Fordern Sie jetzt die Bundestagsparteien auf, sich in ihrem Wahlprogramm zur Ampel zu bekennen!

Hallo und guten Tag, 

bestimmt kennen Sie das auch: Sie machen sich einen gemütlichen Fernsehabend zu zweit, und plötzlich ist die große Chipstüte leer! Wenn es nach dem Hersteller geht, hätten Sie sich die 175 Gramm besser einteilen sollen. Er behauptet nämlich, dass eine Portion Chips gerade mal 30 Gramm sind - also ungefähr eine Hand voll. Warum der Hersteller das tut? Damit er auf der Vorderseite die Nährwerte schönrechnen kann. Salzige, fettige Snacks wie Chips wirken dadurch gesünder als sie sind. Dabei gibt es ein einfaches, verbraucherfreundliches System, mit dem Zuckerbomben und andere unausgewogene Lebensmittel auf den ersten Blick entlarvt werden: die Lebensmittelampel.

2017 wird in Deutschland gewählt. Wir fordern die Politik auf, die Ampel in die Wahlprogramme zu schreiben!

Am 13. Dezember endet die letzte Übergangsfrist für die EU-weite Lebensmittelinformationsverordnung. Doch die Erwartungen haben sich leider nicht erfüllt. Täuschung und Irreführung werden weiter Tür und Tor geöffnet:

  • Zwar müssen künftig die wichtigsten Nährwerte (u.a. Fett, Zucker, Salz) einheitlich pro 100g bzw. 100ml angegeben werden. Doch die Industrie darf die Angaben auf der Rückseite der Packung im Kleingedruckten verstecken - und auf der Packungsvorderseite die Nährwerte mit Mini-Portionsgrößen und irreführenden Prozentwerten kleinrechnen.
  • Der Großteil der Menschen in Europa lehnt den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Ob Tiere mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert wurden, erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch weiterhin nicht.
  • Hersteller dürfen Informationen über die Herkunft der verwendeten Zutaten bei den meisten Produkten verschweigen. Und Begriffe wie "aus der Region" sind gesetzlich nicht definiert bzw. geschützt.

 

Dass zuckrige Frühstücksflocken wie die Cookie Crisp "Chokella Toasts” von Nestlé kein ausgewogener Start in den Tag sind, dürfte klar sein. Doch die Kennzeichnung verspricht: Eine Portion enthalte nur 10 Prozent des täglichen Zucker"-bedarfs". Es grüßt der Zuckerwolf im Schafspelz: Die Rechnung für das an Kinder gerichtete Produkt beruht auf einer 30g-Portion - ohne Zugabe von Milch! Der Referenzwert bezieht sich übrigens auf eine erwachsene Frau...

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Wir wollen uns mit dieser Lebensmittel"irreführungs"verordnung nicht abfinden! Wir fordern die Politik auf, für eine klare, verständliche Kennzeichnung zu sorgen. Die Vorsitzenden der Bundestagsparteien sollen sich in ihren Wahlprogrammen zur Lebensmittelampel bekennen! 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team 

Weiterführende Informationen und Quellen:
Fotobeispiele: Der Trick mit den Portionsgrößen
Hintergründe zur Lebensmittelinformationsverordnung
 
Wir sind foodwatch


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