foodwatch fordert Stopp der „Weihnachtstruck-Tour“ von Coca-Cola – Verbraucherorganisation kritisiert Kindermarketing des Zuckergetränke-Herstellers

  • foodwatch-Protestaktion gegen „Weihnachtstruck-Tour“ von Coca-Cola
  • Verbraucherorganisation kritisiert: Coca-Cola ist mitverantwortlich für den Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern
  • Der Zuckergetränke-Hersteller muss sein Kinder-Marketing stoppen

foodwatch hat Coca-Cola aufgefordert, seine „Weihnachtstruck-Tour“ zu stoppen und keine Werbung mehr an Kinder zu richten. Die Verbraucherorganisation protestierte an der Magdeburger Johanniskirche, wo die Tour am Freitag Station machte, gegen die Werbeaktion des Getränkekonzerns. Aktivisten demonstrierten mit Transparenten mit dem Slogan „Diabetes-Trucks stoppen! Coca-Cola macht unsere Kinder krank!“ vor den geschmückten Coca-Cola-LKWs. Mitarbeiter des Veranstalters versuchten vehement, die Aktion zu unterbinden und die foodwatch-Leute daran zu hindern, Flyer zu verteilen – vergeblich: Die gerufene Polizei bestätigte, dass die Demonstration rechtmäßig sei. foodwatch wollte mit der Protestaktion auf das unverantwortliche Kinder-Marketing von Coca-Cola aufmerksam machen: Der Konzern ziele mit seiner Weihnachtstour durch verschiedene Städte Deutschlands explizit auch auf Kinder, etwa wenn diese sich gemeinsam mit dem „Coke-Weihnachtsmann“ fotografieren lassen können. Dabei fördern stark zuckerhaltige Getränke nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Nach Einschätzung von Experten wie etwa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder des Deutschen Kinderärzte-Verbands sollte es für solche Produkte keine Kinder-Werbung geben. 

+++ Bildmaterial von der foodwatch-Protestaktion unter: www.foodwatch.de/material-kinder +++

„Was wie eine nette Aktion für die ganze Familie daherkommt, ist in Wahrheit eine perfide Marketingkampagne des Weltkonzerns. Kinder lieben Weihnachten und den Weihnachtsmann. Coca-Cola nutzt das gezielt aus, um Kinder zu ködern und früh an die Marke zu binden“, sagte Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei foodwatch. Die Verbraucherorganisation forderte den Coca-Cola-Konzern auf, keine an Kinder gerichtete Werbekampagnen mehr zu betreiben. „Gesundheitsexperten sind sich einig, dass es für Zuckergetränke keine Kinder-Werbung geben sollte. Der Weltmarktführer für Zuckergetränke macht sich mitverantwortlich für den Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen.“

Die Weihnachtstruck-Tour ist eine jährliche Marketing-Aktion von Coca-Cola, bei der beleuchtete Lastwagen mit Coca-Cola-Logos an zentralen Plätzen in Innenstädten Halt machen. Vor Ort können Besucherinnen und Besucher zum Beispiel personalisierte Coca-Cola Flaschen bekommen oder sich mit dem Coca-Cola-Weihnachtsmann fotografieren lassen. Offiziell hat sich Coca-Cola zwar freiwillig verpflichtet „verantwortungsvolles Marketing“ zu betreiben und „keine Werbung an Kinder unter 12 Jahren“ zu richten. Aus Sicht von foodwatch wird der Konzern dieser Selbstverpflichtung allerdings nicht gerecht – die Weihnachtswerbekampagne richte sich eindeutig auch an kleine Kinder. Unter anderem mit einem Adventskalender in Form des Coca-Cola-Weihnachtstrucks und Coca-Cola-Flaschen mit Konterfei des Weihnachtsmanns. 

In Großbritannien, wo Coke eine ähnliche LKW-Tour veranstaltet, traf der Getränkehersteller bereits auf Widerstand: Behörden und Initiativen forderten Coca-Cola auf, bei der Werbetour keine zuckerhaltige Getränke an Kinder zu verteilen. Die englische Gesundheitsbehörde Public Health England rief lokale Behörden auf, darüber nachzudenken, ob solche Werbekampagnen vereinbar seien mit dem Ziel, „besorgniserregende Häufungen von Fettleibigkeit und Karies bei Kindern“ zu verringern. Auch der britische Starkoch Jamie Oliver kritisierte die Werbe-Tour von Coca-Cola. 

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) bei Kindern sowie Erwachsenen haben in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Adipositas wird inzwischen als das am schnellsten wachsende Gesundheitsproblem eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)  sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)  sprechen in diesem Zusammenhang von einer globalen "Adipositas-Epidemie". Gesundheitsexperten schreiben zuckerhaltigen Getränken eine besondere Rolle in dieser Entwicklung zu. Der Konsum dieser Getränke fördert nachweislich die Entstehung von Übergewicht sowie Typ-2-Diabetes und wird zudem mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte in Verbindung gebracht.

Bildmaterial von der foodwatch-Protestaktion unter: www.foodwatch.de/material-kinder 

 
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