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foodwatch schlägt Nestlé-Deutschland-Chef Berssenbrügge für Bundesverdienstkreuz vor

Die Verbraucherorganisation foodwatch schlägt Bundespräsident Joachim Gauck vor, Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen. Anlass dafür ist die Einführung zweier zuckerreduzierter Frühstücksflockenprodukte im Online-Shop des Unternehmens, die Nestlé in einem Brief an foodwatch als bahnbrechende Leistung von nationaler Bedeutung wertete: „Mit dem Test der beiden Produkte mit geringem Zuckergehalt haben wir für Deutschland in extrem kurzer Zeit sehr viel erreicht.“ foodwatch-Kinderlebensmittelexpertin Anne Markwardt erklärte dazu: „Wir empfehlen, diese altruistische Leistung fürs Land gebührend zu würdigen. Das Große Verdienstkreuz erscheint dafür gerade angemessen.“

foodwatch hatte den viel zu hohen Zuckergehalt von 30 bis 37 Prozent in allen Nestlé-Kinder-Frühstücksflocken kritisiert und Konzernchef Berssenbrügge im Juli dieses Jahres ein Musterprodukt überreicht, das mit weniger als 10 Prozent Zucker auskommt. Nestlé versprach, die Anregung zu prüfen – ließ das Sortiment der Flocken für Kinder bislang jedoch unverändert, brachte in diesem Jahr mit den „Kosmostars“ sogar noch ein neues Produkt mit 34 Prozent Zuckergehalt auf den Markt. Stattdessen führte Nestlé nun vor wenigen Tagen in Reaktion auf die foodwatch-Kritik zu Testzwecken zwei zuckerarme Erwachsenen-Produkte ein. Diese sind in anderen Ländern längst im Handel und werden in Deutschland ausschließlich auf der Online-Plattform „Nestlé Marktplatz“ verkauft – dennoch verklärt Nestlé diesen „Test“ zur großen Errungenschaft „für Deutschland“. Gleichzeitig forderte das Unternehmen foodwatch implizit auf, die Kritik am Zuckergehalt der Kinderprodukte einzustellen: „Ihre Aktionen beeinträchtigen unsere Bemühungen, unser Cerealien-Sortiment kontinuierlich zu ändern oder neue Konzepte zu testen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns die dazu erforderliche Zeit einräumen“, heißt es in dem Schreiben der Nestlé-Cerealien-Sparte an foodwatch. Anne Markwardt: „Wir sagen Nestlé gerne zu, unsere Kampagne für ausgewogene Kinderprodukte sofort zu beenden, wenn das Unternehmen im Gegenzug die Produktion seiner Zuckerbomben stilllegt – das sollte ihm die nötige Luft verschaffen, neue Konzepte zu testen.“

Kinderprodukte viel süßer als Erwachsenensortiment

Mit extrem süßen Produkten ködert der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt insbesondere kleine Kinder – und weigert sich, auch nur ein einziges ausgewogenes Frühstücksflocken-Produkt für Kinder auf den Markt zu bringen. Während nur zwei von 15 Erwachsenen-Produkten mehr als 30 Prozent Zucker enthalten, liegt das Nestlé Kinder-Sortiment mit allen neun Produkten vollständig über dieser Marke. Zwar hat Nestlé eine Reduktion des Zuckergehalts angekündigt, allerdings nur auf maximal 28 Prozent. Damit wären die Produkte immer noch so zuckrig und ausgewogen wie Kuchen. Angesichts der unverantwortlichen Produktpolitik der Hersteller fordert foodwatch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf, eine Obergrenze für den Zuckergehalt in solchen Frühstücksflocken zu erlassen, die als geeignet für Kinder beworben werden. Anne Markwardt von foodwatch: „Nestlé schaut nicht, was für die Ernährung von Kindern gut ist – sondern allein darauf, wie viel Zucker Kellogg’s & Co. in ihre Produkte stecken. Weil die Unternehmen nicht von selbst aus dieser unheilvollen Spirale ausbrechen, muss Frau Aigner handeln: Der Zuckergehalt in Kinder-Frühstücksflocken sollte per Gesetz auf 10 Prozent begrenzt werden.“