foodwatch startet E-Mail-Aktion gegen Uran im Sangerhäuser Trinkwasser – Wasserverband soll bis Ende Januar 2017 Zeitplan für Bau von Fernleitung vorlegen

Die Verbraucherorganisation foodwatch setzt sich für sauberes Trinkwasser in Sangerhausen ein. Das dortige Wasser ist mit Uran knapp unter der zulässigen Höchstgrenze sowie mit Nitrat und Sulfat belastet. Dies birgt insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere gesundheitliche Gefahren. Eine nur wenige Kilometer lange Anbindung an die Fernwasserleitung lässt nach wie vor auf sich warten – obwohl sich die Sangerhäuser seit Jahren dafür stark machen und Millionen vom Land längst bereit stehen.

„Der Wasserverband Südharz verschleppt das Bauprojekt immer wieder und setzt damit besonders die Kinder einer erheblichen Gesundheitsgefahr aus. Damit muss Schluss sein!“, sagte Sophie Unger von foodwatch. „Die Verantwortlichen müssen sich noch im Januar auf einen verbindlichen Zeitplan für den Bau der Leitung festlegen, damit noch 2017 sauberes Wasser fließt.“

foodwatch startete eine E-Mail-Aktion, um auf die Trinkwasserproblematik in Sangerhausen aufmerksam zu machen. Darin fordert die Verbraucherorganisation die Geschäftsführerin des Wasserverbandes auf, unverzüglich einen festen Zeitplan für den Bau der Wasserleitung vorzulegen. Jutta Parnieske-Pasterkamp und der Oberbürgermeister von Sangerhausen, Ralf Poschmann, sollen garantieren, dass das Projekt bis Ende 2017 abgeschlossen wird. Bis dahin müsse der Wasserverband Babys, Kleinkinder und Schwangere mit Ersatzwasser versorgen. Ralf Poschmann ist für die Entscheidungen des Wasserverbandes als Vertreter der Stadt mitverantwortlich.

Aktuell nähern sich die Uranwerte in Sangerhausen regelmäßig dem gesetzlichen Höchstwert von zehn Mikrogramm je Liter. Dieser Wert ist aber nur für Erwachsene unbedenklich, wie sich aus einer Wissenschaftlichen Stellungnahme der EU-Gesundheitsbehörde EFSA klar ableiten lässt. „Seit Jahren unternimmt der Wasserverband Südharz nichts, um die Schwächsten der Gesellschaft – nämlich Kinder und Schwangere – ausreichend zu schützen. Das widerspricht dem vorsorgenden Gesundheitsschutz, einem Grundprinzip der EU-Verfassung“, kritisierte Unger.

Uran ist ein toxisches Schwermetall. In höherer Dosis über einen längeren Zeitraum aufgenommen, kann es dauerhaft Blut, Knochen und Nieren schädigen. Auch Nitrat und Sulfat gelten als problematisch, die Wechselwirkungen der drei Substanzen verstärken die gesundheitlichen Risiken zudem.

Für Trinkwasser gilt seit dem 1. November 2011 ein Grenzwert von zehn Mikrogramm Uran pro Liter. Dieser ist jedoch so hoch angesetzt, dass zwar Erwachsene, nicht aber Säuglinge und Kleinkinder ausreichend geschützt werden. foodwatch fordert einen Grenzwert von maximal zwei Mikrogramm Uran pro Liter. Nur so kann dem Gesundheitsschutz umfassend Rechnung getragen werden.

 
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