Presse-Statement: foodwatch zu Tierwohl-Label

Berlin, 25. April 2017. Zu dem geplanten staatlichen Tierwohl-Label von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erklärt Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:
 
"Mehr Tierschutz bedeutet nicht nur eine Verbesserung der formalen Haltungskriterien, sondern das Vermeiden der zahlreichen haltungsbedingten Krankheiten. Das Tierwohl-Label ist mit seinen Kriterien keine Garantie dafür, dass Produkte von gesund gehaltenen Tieren stammen - das ist eine Kapitulationserklärung. Wer Tierwohl verspricht, ohne Tiergesundheit zu garantieren, verkauft eine Illusion. Hinzu kommt: Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeslandwirtschaftsministerium erwartet für das freiwillige Tierwohl-Label einen Marktanteil von vielleicht 20 Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Bundesregierung duldet für 80 Prozent der Nutztiere weiterhin vermeidbare Krankheiten, Schmerzen und Leiden! Ein freiwilliges Label ist der grundfalsche Ansatz, weil es für Millionen von Tieren keinerlei Verbesserungen bringen wird und uns weiter weg bringt von der dringend gebotenen Lösung für 100 Prozent der Nutztiere. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sollte die Pläne für sein freiwilliges Tierwohllabel zurück in die Schublade legen und auf gesetzliche Vorgaben hin arbeiten, damit alle und nicht nur einige wenige Nutztiere tiergerecht gehalten werden."

Hintergrund

Das geplante staatliche Tierwohl-Label für Fleisch im Supermarkt soll spürbar höhere Anforderungen in der Schweinehaltung garantieren. Die Kriterien sollen bereits in der Eingangsstufe über gesetzliche Standards sowie auch eine bestehende Tierwohl-Initiative von Handel und Landwirtschaft hinausgehen, wie Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) am Dienstag in Berlin sagte. Das Siegel soll zudem eine „Premiumstufe“ mit höheren Anforderungen bekommen. Dadurch sei mit einem Preisaufschlag von etwa 20 Prozent zu rechnen. Erste landwirtschaftliche Betriebe könnten voraussichtlich ab 2018 für das Label zertifiziert werden. Ein Gesetzentwurf werde gerade erarbeitet.

 
RSS-Feed

Pressemitteilungen als RSS-Feed abonnieren.

So ereichen Sie uns

foodwatch e.V.
presse und öffentlichkeitsarbeit
brunnenstraße 181
d-10119 berlin

e-mail: presse@foodwatch.de

fon: +49 (0) 30 / 24 04 76 - 2 90

An Wochenenden erfahren Sie unter der angegebenen Telefonnummer per Bandansage, auf welchem Wege Sie uns kontaktieren können. 

Außerhalb der Bürozeiten erreichen Sie die Pressestelle in dringenden Fällen mobil unter
+49 (0) 1 74 / 3 75 16 89

Tragen Sie sich in unseren Presseverteiler ein, um unsere Pressemitteilungen per E-Mail zu erhalten.