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Urteil im Prozess um Cholesterinsenker Becel pro.activ erwartet – Hersteller Unilever streitet Hinweise auf Nebenwirkungen ab

Vor dem Landgericht Hamburg wird an diesem Freitag ein Urteil im Prozess um den Cholesterinsenker Becel pro.activ erwartet (14. Dezember, 9.55 Uhr – Az 324 O 64/12). Die Verbraucherorganisation foodwatch hatte Hersteller Unilever vorgeworfen, falsche Tatsachen über die Sicherheit seiner Margarine zu verbreiten und damit Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen zu verschleiern.

Becel pro.activ sind hochkonzentrierte Pflanzensterine zugesetzt, die eine Senkung des Cholesterinspiegels bewirken. Unklar sind jedoch der gesundheitliche Nutzen und die Sicherheit einer so erreichten Veränderung der Blutwerte – Unilever lehnt es ab, die zur Erforschung nötigen Langzeitstudien durchzuführen. „Eines steht fest: Es gibt Studien, die klare Hinweise auf Nebenwirkungen von Pflanzensterinen geliefert haben“, erklärte foodwatch-Klageführer Oliver Huizinga. „Dass Unilever allen Ernstes das Gegenteil behauptet, ist nachweislich falsch und grob verharmlosend – dem Gericht obliegt jetzt die Entscheidung, ob die Aussage auch presserechtlich unzulässig ist oder ob sie unabhängig vom Wahrheitsgehalt verbreitet werden darf.“

In dem Verfahren vor dem Landgericht Hamburg geht es nicht um die lebensmittelrechtliche Zulassung von Becel pro.activ, sondern um die Frage, ob eine den Tatsachen widersprechende Aussage Unilevers über sein Produkt äußerungsrechtlich verboten werden kann. Bereits im November 2011 hatte foodwatch die Vermarktung der Margarine wegen des unbewiesenen gesundheitlichen Nutzens und der ungeklärten Nebenwirkungen als Verbrauchertäuschung kritisiert und auf www.abgespeist.de eine Beschwerde-E-Mail-Aktion an den Hersteller gestartet. In einer Antwort an die Unterzeichner der E-Mail-Aktion und in einer Pressemitteilung („Wissenschaftler bestätigen die cholesterinsenkende Wirkung von Becel pro.activ“ vom 15.11.2011) behauptete Unilever unter Verwendung von Zitaten eines Wissenschaftlers, es gebe bei Becel pro.activ „aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis“ auf Nebenwirkungen. Tatsächlich hat jedoch eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien den Verdacht erhärtet, dass die der Margarine zugesetzten Pflanzensterine das verursachen, was sie eigentlich verhindern sollen: Ablagerungen in den Gefäßen und damit ein erhöhtes Risiko auf Herzkrankheiten. Das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) äußerte sich bereits mehrfach kritisch zu Lebensmitteln mit zugesetzten Pflanzensterinen. Auch die europäischen Fachgesellschaften für Herz-Kreislauf-Krankheiten EAS (European Atherosclerosis Society) und ESC (European Society of Cardiology) halten Langzeitstudien für nötig, um die Sicherheit der Produkte zu überprüfen. In der mündlichen Verhandlung am 17. August bestätigte Unilever vor Gericht zudem die Aussage eines Becel pro.activ-Produktmanagers in einem Fernsehinterview, der zufolge Pflanzensterine zu Ablagerungen in den Gefäßen führen können.

„Unilever kann die Sicherheit seines Produktes nicht glaubhaft belegen und erweckt auch noch den Eindruck, als gebe es noch nicht einmal Hinweise auf Nebenwirkungen – das ist ein Spiel mit der Gesundheit der Kunden“, so Oliver Huizinga. foodwatch forderte Unilever auf, die kritischen Studien nicht länger zu ignorieren und Becel pro.activ nicht mehr frei verkäuflich im Handel anzubieten, sondern allenfalls noch auf ärztliches Rezept in der Apotheke.

Redaktioneller Hinweis:

Termin für die erwartete Urteilsverkündung: Freitag, 14. Dezember, 9.55 Uhr im Landgericht Hamburg, Zivilkammer 24, Sitzungssaal B 335, 3. Etage (Haus B), Sievekingplatz 1