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Kein foodwatch-Briefkasten bei OpenLeaks

07.11.2011
Schriftzug Openleaks

Um es Whistleblowern aus Industrie und Behörden möglichst einfach zu machen, foodwatch anonym Dokumente zukommen zu lassen, hatte foodwatch im September eine Zusammenarbeit mit der neuen Plattform OpenLeaks geplant. Inzwischen ist klar: Eine Partnerschaft wird nicht weiter verfolgt.

Als „Whistleblower“ bezeichnet man Menschen in Unternehmen oder Behörden, die Informationen über Missstände öffentlich machen. Solche Hinweisgeber setzen teilweise ihre Existenz aufs Spiel, wenn sie sich an Medien oder Nichtregierungsorganisationen wenden. Plattformen wie Wikileaks oder OpenLeaks wollen deshalb eine sichere technische Möglichkeit bieten, damit Tippgeber garantiert unerkannt Informationen weitergeben können.

Sichere „Briefkästen“ für Whistleblower

Insider-Informationen aus der Lebensmittelindustrie oder Behörden sind auch für foodwatch wichtig, um Missständen auf die Spur zu kommen und beispielsweise die Einflussnahme von Wirtschaftsinteressen auf politische Entscheidungen nachzuweisen. foodwatch wollte daher mit der geplanten Plattform OpenLeaks kooperieren. OpenLeaks wird von Daniel Domscheit-Berg, dem früheren Sprecher von Wikileaks, aufgebaut und soll höchsten Ansprüchen an die Sicherheit der Datenübertragung gerecht werden. Im Gegensatz zu Wikileaks will OpenLeaks dabei nur dieTechnik zur Verfügung stellen, Informationen aber nicht selbst veröffentlichen. Dies sollen Kooperationspartner – Medien und Nichtregierungsorganisationen – übernehmen.

Aus Sicht von foodwatch sind die Gespräche über eine Zusammenarbeit jedoch unbefriedigend verlaufen. Für eine Plattform, die auf Vertrauen angewiesen ist, müssen hohe Anforderungen vor allem hinsichtlich der Transparenz des Projektes und der Verlässlichkeit der Zusammenarbeit gelten. Darauf hatten wir uns mit den OpenLeaks-Betreibern auch verständigt. Getroffene Vereinbarungen wurden jedoch nicht wie verabredet eingehalten. Wegen der Sensibilität eines solchen Projektes hat sich foodwatch daher entschieden, die Pläne für eine Zusammenarbeit fallen zu lassen. Diese Entscheidung beruht allein auf den Erfahrungen der Zusammenarbeit mit den Betreibern und ändert nichts an unserer Einschätzung, dass Plattformen wie Wikileaks und OpenLeaks wichtig und erforderlich sind. Unverändert halten wir es für richtig, Whistleblower zu ermutigen sowie vor Entdeckung und Verfolgung zu schützen. foodwatch wird weiter nach Möglichkeiten suchen, sichere Übermittlungswege anzubieten.