Nachdem Nestlé weltweit verunreinigte Säuglingsnahrung zurückgerufen hat, weitet sich der Skandal inzwischen auf rund 70 Länder sowie auf weitere Hersteller aus. Neben Nestlé sind mittlerweile unter anderem auch Konzerne wie Lactalis und Danone von Rückrufen betroffen. foodwatch hat nun rechtliche Schritte eingeleitet, um diesen Skandal lückenlos aufzuklären.
foodwatch erhebt Strafanzeige im Babymilchskandal
Um endlich für volle Aufklärung zu sorgen, hat foodwatch in Frankreich im Namen betroffener Familien eine Strafanzeige eingebracht. Diese soll Ermittlungen in Gang setzen, damit endlich Licht ins Dunkel kommt und besorgte Eltern, die derzeit mit einer unübersichtlichen Situation konfrontiert sind, umfassend informiert werden. Selbstverständlich gilt es dabei auch zu klären, ob Konzerne und Behörden ihre Pflicht im Sinne rechtlicher Vorschriften verletzt haben.
Dass die Lage ernst ist, zeigen Krankheitsfälle von Säuglingen in Frankreich, bei denen ein Zusammenhang zum verunreinigten Babypulver von den zuständigen Behörden bereits festgestellt wurden. Umso wichtiger sind nun eine proaktive Kommunikation und volle Transparenz – und nicht das stille Entfernen einzelner Produkte aus dem Handel bei gleichzeitiger Beschwichtigung nach dem Motto: Mit unseren Produkten ist alles in Ordnung. Das passt nicht zusammen.
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Dafür kämpfen wir von foodwatch jeden Tag. Aber für wichtigen Meldungen wie diese braucht es aufwendige Recherchen. Das kostet Zeit und Geld. Unterstütze uns heute mit einer Spende und mach unsere Arbeit so möglich.
Licht ins Dunkel – und zwar jetzt!
foodwatch fordert volle Transparenz. Dieses Versteckspiel auf dem Rücken betroffener Eltern muss endlich ein Ende haben. Im Sinne der verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft werden wir nicht müde werden, Antworten auf die zahlreichen unbeantworteten Fragen einzufordern und weiterhin Druck auf die Verantwortlichen auszuüben. Darüber hinaus werden wir Konsument:innen selbstverständlich über unsere Kanäle und über unsere Website so gut wie möglich informieren und behalten die Meldungen im Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel stets im Blick.
Was wir nun besorgten Eltern raten
Die Gesundheit des Kindes steht selbstverständlich über allem. Wir können die Sorgen und Ängste in so einer Situation sehr gut nachvollziehen und raten besorgten Eltern folgendes:
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Die Milchpulver-Dose(n) bzw. die Verpackung inklusive Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum aufbewahren
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Den Kaufbeleg, also Kassenbon oder Rechnung (gegebenenfalls auch einen Kontoauszug) aufheben
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Wenn möglich, Fotos von der Verpackung, dem Chargencode, dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Inhalt machen
Darüber hinaus empfehlen wir, dass sich Betroffene an eine Kinderärztin, einen Kinderarzt oder an die telefonische Gesundheitsberatung (1450) wenden, um gezielt nachzufragen, ob ein Zusammenhang zwischen einer möglichen Verunreinigung und den Symptomen des Babys eingeschätzt werden kann. Zudem wäre es gut anzuregen, ob dies in der Krankenakte vermerkt werden kann sowie nachzufragen, ob weitere Untersuchungen oder Meldungen sinnvoll oder notwendig sind. Sollten erneut Symptome auftreten – etwa Erbrechen, Durchfall, starke Müdigkeit oder Anzeichen von Dehydration – empfehlen wir sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen.
Dein Baby ist betroffen oder du hast Hinweise für uns?
Der Skandal rund um verunreinigte Babymilch weitet sich aus. Solltest du Hinweise zu Produktrückrufen oder zu anderen Auffälligkeiten haben, melde dich bitte bei uns. Wenn auch du und dein Baby betroffen seid oder wart, kontaktiere uns bitte.