Artikel 28.01.2026

Neuer Skandal nach Babymilch-Rückruf: Werden Danone-Produkte still und leise aus den Regalen genommen?

Dein Baby hatte auch Beschwerden durch zurückgerufene Milch?

Der Skandal rund um verunreinigte Babymilch weitet sich aus. Wenn auch du und dein Baby betroffen seid oder wart, kontaktiere uns bitte!

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Der Babymilch-Skandal rund um mit Cereulid verunreinigte Säuglingsnahrung weitet sich scheinbar auch in Österreich aus: Nun stehen offenbar auch Produkte von Danone im Fokus. foodwatch Österreich liegen Hinweise auf stille Rücknahmen von Aptamil-Produkten vor – ohne öffentliche Warnung für Eltern. Die Informationslage bleibt unklar, Transparenz fehlt. 

Aptamil-Produkte verschwinden – ohne Warnung für Eltern 

Aktuell verschwinden mehrere Aptamil-Produkte aus den Regalen und Onlineshops großer Handels- und Drogerieketten in Österreich. Eine öffentliche Information oder Warnung für Eltern gibt es jedoch nicht. 

Besonders brisant: Bei BIPA sind die betroffenen Aptamil-Produkte seit Tagen um 25 Prozent reduziert. Es ist daher davon auszugehen, dass viele Eltern die günstigen Angebote genutzt und sich mit Vorräten eingedeckt haben – ohne zu wissen, dass es Hinweise auf mögliche Sicherheitsprobleme gibt. 

foodwatch Österreich liegt eine Liste der offenbar betroffenen Produkte vor: 

  • APTAMIL PRONUTRA PRE 1200G 
    MHD: 19.11.2026 – EAN: 4056631003701 

  • APTAMIL PROFUTURA DUOADVANCE PRE 800G 
    MHD: 20.04.2027 und 30.04.2027 – EAN: 4056631003435 

  • APTAMIL PRONATURA 1 800G 
    MHD: 10.11.2026 – EAN: 9001375006391 & 4056631001226 

Achtung: am 05.02.2026 hat Danone den öffentlichen Rückruf ausgeweitet. Alle betroffenen Produkte findest du hier: 

Zu allen betroffenen Produkten

Rücknahme erfolgte offenbar bei den Händlern zeitversetzt

Nach den uns vorliegenden Informationen soll zunächst der Kundendienst des REWE-Konzerns (u. a. Billa, Billa Plus, BIPA) gegenüber Konsument:innen von einem sogenannten „stillen Rückruf“ gesprochen haben. Andere Supermarktketten und Drogerien erklärten auf Nachfrage zu diesem Zeitpunkt, keine Kenntnis von Rücknahmen oder Sicherheitsproblemen bei Aptamil-Produkten zu haben. Erst Stunden später sollen auch weitere Handelsketten entsprechende Hinweise gegeben haben.

Andere Länder reagieren – Österreich bleibt untätig 

Bereits am 23. Jänner wurden über das europäische Schnellwarnsystem RASFF Säuglingsnahrungsprodukte von Danone in mehreren Ländern zurückgerufen. Grund: In einer Probe wurde das gefährliche Toxin Cereulid nachgewiesen. In Österreich blieb eine entsprechende Reaktion bislang aus. 

Update (29. Jänner 2026):

Wir haben Danone mit dem vom Handel gegenüber Konsument:innen geteilten Informationen über einen Rückruf von drei konkreten Chargen von Aptamil-Produkten konfrontiert. Danone besteht ohne nähere Erklärung darauf, dass kein Produktrückruf erfolgt sei. Sämtliche Danone-Produkte seien sicher und würden alle geltenden gesetzlichen Anforderungen vollständig erfüllen.

Update (30. Jänner 2026):

Laut Medienberichten hat der Lebensmittelkonzern Danone einen sofortigen Rückruf seiner Aptamil-Babynahrung in Deutschland gestartet. Grund ist der Verdacht auf eine gefährliche Verunreinigung mit dem bakteriellen Giftstoff Cereulid, der besonders für Säuglinge eine ernste Gesundheitsgefahr darstellt.

Déjà-vu: Wiederholt sich der Nestlé-Fall? 

Schon im Fall Nestlé hatte es Wochen gedauert, bis ein öffentlicher Rückruf erfolgte – obwohl die Verunreinigung mit Cereulid bereits bekannt war. Nun scheint sich dieses Muster im Fall Danone zu wiederholen: Produkte verschwinden aus den Regalen, eine stille Rücknahme scheint zu existieren, doch Eltern werden nicht aktiv und öffentlich informiert. 

foodwatch fordert volle Transparenz und klare Regeln 

foodwatch analysiert derzeit Warnmeldungen, Zeitstempel und Entscheidungswege, um die strukturellen Schwächen im Kontroll- und Warnsystem sichtbar zu machen. Klar ist schon jetzt: Was fehlt, ist ein europaweites Meldesystem, das dem in der EU verankerten Vorsorgeprinzip für Konsument:innen vollumfänglich nachkommt. Unternehmen und vor allem Behörden müssen sicherstellen, dass Lebensmittel, die potenziell gesundheitsschädlich sind, sofort vom Markt genommen werden. Außerdem muss die Bevölkerung umfassend und unmittelbar informiert werden.   

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