Presseaussendung 20.03.2026

Skandal um verunreinigte Babynahrung: foodwatch erstattet Strafanzeige gegen Nestlé und Danone

Konsument:innenorganisation sieht rechtliche Verstöße und fordert vollumfängliche juristische Aufarbeitung im Sinne der betroffenen Eltern

Im weltweiten Skandal um mit dem Toxin Cereulid verunreinigte Säuglingsmilch hat foodwatch nun auch in Österreich Strafanzeige erstattet. Ziel
ist eine umfassende juristische Aufarbeitung möglicher Versäumnisse der beteiligten Unternehmen. Sieben betroffene Familien haben sich der Anzeige angeschlossen. Nach Ansicht von foodwatch gibt es Hinweise darauf, dass beteiligte Konzerne eine öffentliche Bekanntgabe der kontaminierten Produkte verzögert haben könnten – und dadurch Säuglinge möglicherweise einem hohen Risiko ausgesetzt wurden. 

Nach geltender Rechtslage liegt die Verantwortung für die Sicherheit unserer Lebensmittel bei den herstellenden Unternehmen. Kann diese nicht vollends gewährleistet werden, so muss der Hersteller die Behörden informieren und das Produkt umgehend vom Markt nehmen. Mehr noch: Wenn Konsument:innen das betroffene Lebensmittel bereites gekauft haben könnten, müssen diese effektiv und umfassend informiert werden. Speziell wenn es um die Sicherheit von Säuglingen geht, gibt es keinen Verhandlungsspielraum. Genau hier sieht die Konsument:innenorganisation Klärungsbedarf.  

foodwatch Österreich hat daher bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen Nestlé und Danone Österreich eingebracht. Gegenstand der Anzeige ist der Verdacht des Inverkehrbringens gesundheitsgefährdender Lebensmittel (§§ 81 ff LMSVG) sowie der Verdacht der Körperverletzung durch Unterlassung. Ziel ist es, umfassende staatsanwaltschaftliche Ermittlungen einzuleiten und mögliche Verantwortlichkeiten lückenlos aufzuklären.

Für die Organisation ist die Strafanzeige ein erster Schritt. Weitere rechtliche Schritte in Bezug auf mögliche Schäden, die bei Betroffenen entstanden sind, werden derzeit geprüft. Währenddessen melden sich weiterhin laufend betroffene Eltern bei der Konsument:innenschutzorganisation. Viele von ihnen erwägen laut foodwatch, sich möglichen juristischen Verfahren anzuschließen.  

„Wir sprechen noch immer beinahe täglich mit aufgelösten Eltern. Die Wut und Verunsicherung sind verständlicherweise weiterhin groß. Solange dieser Fall nicht vollständig aufgeklärt ist und mögliche Konsequenzen gezogen werden, werden wir Seite an Seite mit den Betroffenen für Gerechtigkeit kämpfen. Ein solcher Skandal darf sich nicht wiederholen“, betont Indra Kley-Schöneich, Leiterin von foodwatch Österreich. 

Bereits Ende Jänner hatte foodwatch in Frankreich, das besonders stark vom Babymilch-Skandal betroffen war, Strafanzeige eingebracht. Die Anzeige, die im Namen von acht Familien gestellt wurde, führte dazu, dass die Staatsanwaltschaft Paris umgehend Ermittlungen aufnahm.

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Über foodwatch Österreich:   

foodwatch Österreich setzt sich mit kraftvollen Kampagnen für die Rechte der Konsument:innen im Lebensmittelbereich ein und kämpft für transparente Informationen, den umfassenden Schutz der Konsument:innen vor den Interessen der Lebensmittelindustrie sowie sichere und gesunde Nahrungsmittel für alle. Unabhängig von Staat und Wirtschaft finanziert sich foodwatch ausschließlich durch Spenden und verzichtet auf Kooperationen mit Unternehmen oder politischen Institutionen. So bleibt die Organisation frei und glaubwürdig in ihrer Arbeit. foodwatch engagiert sich auf nationaler und EU-Ebene für nachhaltige Veränderungen und ist derzeit in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich aktiv.