Petitionen

Lebensmittelsicherheit schützen: Omnibus stoppen!

  • Pestizide

Ackergifte für die Ewigkeit: Die EU-Kommission will Pestizide dauerhaft zulassen. Zur Freude der Agrarlobby. Doch noch haben nicht alle Abgeordneten eine klare Position. Mit deiner Unterschrift zeigen wir den Abgeordneten, dass sie dem Schutz der Menschen verpflichtet sind, nicht den Konzernprofiten.

Petitionen

Lebensmittelsicherheit schützen: Omnibus stoppen!

  • Pestizide

Ackergifte für die Ewigkeit: Die EU-Kommission will Pestizide dauerhaft zulassen. Zur Freude der Agrarlobby. Doch noch haben nicht alle Abgeordneten eine klare Position. Mit deiner Unterschrift zeigen wir den Abgeordneten, dass sie dem Schutz der Menschen verpflichtet sind, nicht den Konzernprofiten.

Sehr geehrte Abgeordnete des Europäischen Parlaments, 

Sie prüfen derzeit den „Omnibus-Vorschlag zur Lebens- und Futtermittelsicherheit“, mit dem zehn Rechtsakte in einem einzigen Paket geändert werden sollen. Darüber stimmen Sie in Kürze ab. 

Dieser Vorschlag ist keineswegs eine rein technische Anpassung. Vielmehr enthält er weitreichende Änderungen mit erheblichen Auswirkungen auf Konsument:innen, Landwirte sowie die Umwelt. Daher bedarf er einer besonders sorgfältigen Prüfung. Aus den nachfolgend dargelegten Gründen bitte ich Sie, den Vorschlag der Europäischen Kommission abzulehnen. 

Unter dem Deckmantel der Vereinfachung droht eine Aushöhlung zentraler Schutzstandards. Dies widerspricht den in den EU-Verträgen verankerten Verpflichtungen, insbesondere dem Ziel eines hohen Schutzniveaus für Gesundheit und Umwelt. Ich fordere Sie auf, diesen Änderungen entschieden entgegenzutreten und sich für Konsument:innen- und Gesundheitsschutz sowie für eine rechtsstaatliche und transparente Verwaltung einzusetzen. 

Besonders besorgniserregend sind: 

  • Eine Lockerung der Pestizidregulierung:
    Künftig sollen die meisten Wirkstoffe in der EU unbegrenzt zugelassen werden, und dabei müssen weniger aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Bewertung einfließen. Dies gefährdet die Gesundheit von Menschen, Landwirt:innen und Umwelt und widerspricht dem in den EU-Verträgen verankerten Vorsorgeprinzip sowie der Verpflichtung zu einem hohen Schutzniveau. Zudem würde die Belastung auf nationale Behörden verlagert, die mit reduzierten und potenziell veralteten Daten arbeiten müssten. 

  • Eine erhöhte Belastung durch Pestizidrückstände: 
    Durch den Wegfall regelmäßiger Überprüfungen steigt das Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher. Selbst wenn die Grenzwerte später strenger werden, dürften weiterhin Lebensmittel verkauft werden, die noch nach den alten, höheren Grenzwerten produziert wurden – und damit mehr Pestizidrückstände enthalten. 

  • Geringere Kontrolle von Importen: 
    Behörden sollen Teile von Lieferungen schon während der Kontrollen freigeben, obwohl sie unter Personalmangel leiden. Dadurch werden Importkontrollen geschwächt, obwohl eigentlich mehr und gründlichere Kontrollen nötig wären. Denken Sie an die jüngste Kontamination von Babymilch.

  • Eingeschränkte Maßnahmen gegen mögliche BSE („Rinderwahn“​​​​​​​)-Ausbrüche: 
    Die Lockerung von Vorschriften und eine flexiblere Definition von Risikomaterialien gefährden die frühzeitige Erkennung und Eindämmung von BSE („Rinderwahn“), obwohl eine aktive und frühzeitige Überwachung entscheidend ist. 

  • Der Mangel an Transparenz und Konsultation: 
    Es hat weder eine angemessene öffentliche Debatte noch eine fundierte Folgenabschätzung gegeben. Dies verstößt gegen die EU-Grundsätze in Bezug auf Verwaltung und Transparenz.

  • Die Rechtswidrigkeit der Vorschläge:
    Ein hohes Schutzniveau für Gesundheit und Umwelt ist ein zentrales Ziel der EU-Verträge. Durch die Abschwächung bestehender Schutzmaßnahmen – etwa bei Pestiziden, Rückständen und Importkontrollen – stehen die vorgeschlagenen Änderungen nicht im Einklang mit diesen rechtlichen Verpflichtungen. 

Die Europäische Bürgerbeauftragte hat bereits Verfahrensmängel bei der Ausarbeitung mehrerer „dringender“ Omnibus-Vorschläge festgestellt sowie Missstände aufgezeigt. Umso wichtiger ist eine besonders sorgfältige und kritische Prüfung dieses Vorschlags. 

Ich appelliere an Ihre Verantwortung, den Schutz von Gesundheit und Umwelt gemäß den EU-Verträgen zu sichern. 

Bitte lehnen Sie den Vorschlag der Europäischen Kommission ab! 

Mit freundlichen Grüßen, 

dein Name, Vorname, Ort und ggf. Kommentar (wird automatisch ausgefüllt)

Mitglieder des Europäischen Parlaments (mit Schwerpunkt auf unentschiedenen Abgeordneten der EVP, Renew und S&D; Verhandlungsführer der Ausschüsse ENVI und AGRI).

Hintergrundinformationen

Es handelt sich um ein von der Europäischen Kommission vorgeschlagenes Gesetzespaket, das zehn verschiedene Rechtsvorschriften im Bereich Lebens- und Futtermittelsicherheit auf einmal ändert. [1]

Die Kommission stellt es als Vereinfachung dar. In Wirklichkeit werden damit zentrale Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit in einem einzigen, im Eilverfahren behandelten Gesetzespaket neu verhandelt – darunter Vorschriften zu: 

  • der Zulassung von Pestiziden, 

  • Grenzwerten für Pestizidrückstände, 

  • Grenzkontrollen, 

  • Futtermittelzusatzstoffen 

  • und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit BSE („Rinderwahn”). 

Die Gesundheit der Menschen und der Umweltschutz müssen - im Einklang mit den in den EU-Verträgen festgelegten rechtlichen Verpflichtungen - an erster Stelle stehen. Das EU-Lebensmittelsicherheitsrecht sollte öffentliche Interessen verteidigen und nicht der Pestizid- und Agrar- und Lebensmittelindustrie das Leben erleichtern. Der Vorschlag mag als Maßnahme zur Steigerung der „Wettbewerbsfähigkeit“ und zur Verringerung der Belastungen für Unternehmen dargestellt werden, doch in der Praxis birgt er die Gefahr, wesentliche Schutzmaßnahmen zu schwächen.  [2]

Der Vorschlag enthält mehrere wesentliche Änderungen, die die Pestizidkontrollen in der EU schwächen könnten. [3] 

Unter anderem würde er:  

  • unbegrenzte Zulassungen für Pestizidwirkstoffe zur Regel machen 

  • die derzeitige Verpflichtung der Behörden aufheben, bei der Bewertung von Stoffen die neuesten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse zu berücksichtigen 

  • Übergangsfristen von bis zu drei Jahren für verbotene Stoffe zulassen 

  • die regelmäßige Überprüfung der Rückstandshöchstgehalte (MRL) schwächen. 

In der Praxis bedeutet das: Die Kontrolle wird schwächer. Gefährliche Pestizide könnten länger in Umlauf gebracht werden. Außerdem würde weniger überprüft, ob Rückstände davon in deinen Lebensmitteln sind. Laut einem Rechtsgutachten, das foodwatch vorliegt, verstoßen diese Änderungen gegen bestehende rechtliche Verpflichtungen der EU. [4]

Die Kommission hat ihren Vorschlag Ende Dezember offiziell vorgelegt, doch erst jetzt beginnt der eigentliche politische Kampf. [5] Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssen entscheiden, ob sie den Text annehmen, ändern oder ablehnen. Im Parlament beginnen nun die ersten Verhandlungen, und viele Abgeordnete haben ihre Position noch nicht festgelegt. Deshalb ist öffentlicher Druck jetzt entscheidend: Das Paket befindet sich noch in der Ausarbeitung, und die schlimmsten Änderungen können noch verhindert werden. 

Weil dieses Paket wesentliche Vorschriften zur Kontrolle der Lebensmittelsicherheit schwächen könnte. Es betrifft Schutzmaßnahmen, die die meisten Menschen nie zu Gesicht bekommen, auf die wir aber jeden Tag angewiesen sind: regelmäßige Überprüfungen von Pestiziden, wissenschaftlich fundierte Rückstandshöchstwerte für Pestizide in Lebensmitteln, Einfuhrkontrollen und Überwachungsmaßnahmen. Die gewählten Vertreter:innen im Europäischen Parlament beginnen gerade erst mit der Diskussion über das Paket, was bedeutet, dass noch Zeit bleibt, die schlimmsten Änderungen zu verhindern und das Ergebnis mitzugestalten – aber nur, wenn die Konsument:innen sich zu Wort melden. Bitte werde deshalb jetzt gemeinsam mit uns aktiv! 

Die Kommission bündelt zehn Rechtsakte unter dem Vorwand der Vereinfachung in einem Paket und treibt dieses zügig voran. Unter normalen Umständen würde jede Gesetzesänderung von einer Folgenabschätzung begleitet und separat diskutiert werden, um eine angemessene Prüfung zu ermöglichen. Die Kommission schrieb, dass dies in diesem Fall nicht notwendig sei. 

Die Zusammenfassung erschwert es den Mitgliedern des Europäischen Parlaments, jede Änderung im Detail zu prüfen. Sie verringert die Transparenz und schränkt die demokratische Debatte ein. Der Europäische Bürgerbeauftragte hat ähnliche Schnellverfahren für andere Umwelt- und Agrarvorschriften bereits als Missstand kritisiert. [6] 

foodwatch hat die Aktion am 08.04.2026 gestartet.

60579

Unterschriften

Die Angabe der Telefonnummer ist freiwillig. Mit der Angabe der Telefonnummer gibst du dein Einverständnis, per Telefon von foodwatch kontaktiert und über den Verlauf dieser und anderer Kampagnen informiert zu werden.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Deine Daten verwenden wir zur Durchführung dieser Aktion. An die Empfänger:innen der Petition übermitteln wir deinen Vornamen, Namen sowie deinen Kommentar. Die Einwilligung in die Verwendung deiner Daten kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft formlos widerrufen, z.B. per E-Mail an daten@foodwatch.at (Datenschutzerklärung).