Petitionen

Genug gezahlt - Schluss mit dem Österreich-Aufschlag!

  • Faire Lebensmittelpreise
  • Österreich-Aufschlag

Knapp 80 % mehr für Brot, über 35 % mehr für Reis, rund 80 % mehr für Joghurt. Viele Markenprodukte sind in Österreich teurer als in anderen EU-Ländern, obwohl sie oft aus denselben Fabriken stammen. Das muss sich ändern. Fordere jetzt: Schluss mit dem Österreich-Aufschlag – faire Preise für Konsument:innen in Österreich!

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Genug gezahlt - Schluss mit dem Österreich-Aufschlag!

  • Faire Lebensmittelpreise
  • Österreich-Aufschlag

Knapp 80 % mehr für Brot, über 35 % mehr für Reis, rund 80 % mehr für Joghurt. Viele Markenprodukte sind in Österreich teurer als in anderen EU-Ländern, obwohl sie oft aus denselben Fabriken stammen. Das muss sich ändern. Fordere jetzt: Schluss mit dem Österreich-Aufschlag – faire Preise für Konsument:innen in Österreich!

Wir fordern klare Regeln, damit Hersteller Händler nicht mehr daran hindern können, Produkte innerhalb der EU frei einzukaufen und zu verkaufen. Dafür braucht es jetzt dringend: 

  • ein EU-Gesetz gegen territoriale Lieferbeschränkungen 

  • ein Verbot von Vertragsklauseln und Geschäftspraktiken, die grenzüberschreitenden Einkauf verhindern 

  • mehr Harmonisierung von Verpackungsregeln, wenn sie Transparenz und Wettbewerb verbessern. 

Nur so kann sichergestellt werden, dass Konsument:innen von einem funktionierenden EU-Binnenmarkt profitieren und die Teuerungen durch den Österreich-Aufschlag ein Ende haben. 


Hintergrundinformationen

Viele Lebensmittel und Markenprodukte sind in Österreich teurer als in anderen EU-Ländern – obwohl sie oft aus denselben Produktionsstätten stammen und in denselben Handelsketten verkauft werden. Diese Preisunterschiede werden häufig als „Österreich-Aufschlag“ bezeichnet. 

Ein wichtiger Grund dafür sind sogenannte territoriale Lieferbeschränkungen. Dabei verhindern Hersteller, dass Händler Produkte günstig in einem anderen EU-Land einkaufen und in Österreich weiterverkaufen.  

Das wirkt wie eine unsichtbare Handelsbarriere im EU-Binnenmarkt: Händler können nicht dort einkaufen, wo Produkte günstiger sind, und Preisvorteile nicht an Konsument:innen weitergeben. Dadurch bleiben Preisunterschiede bestehen und Konsument:innen zahlen oft mehr. [1] 

Besonders betroffen sind kleinere EU-Länder wie Österreich, Belgien oder die Niederlande.  

Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Zwischen 2015 und 2024 sind die Preise für Lebensmittel in der EU um 42,8 Prozent gestiegen – stärker als jede andere Produktkategorie. [2] 

Auch in Österreich sind viele Produkte deutlich teurer geworden. Zwischen 2021 und 2025 sind die Lebensmittelpreise um 30,4 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind unter anderem Grundnahrungsmittel, wie Butter (42 Prozent teurer), Mehl (39 Prozent teurer) und Brot (32 Prozent teurer). [3] 

Steigende Lebensmittelpreise haben direkte soziale Folgen: In der EU konnten sich 2023 rund 9,5 Prozent der Menschen nicht einmal jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fisch, Fleisch oder einer vegetarischen Alternative leisten. [4] 

Auch in Österreich betrifft Ernährungsarmut viele Menschen: Rund 12 Prozent der Bevölkerung – etwa 1,1 Millionen Menschen – sind von mittlerer oder schwerer materieller Ernährungsarmut betroffen. [5] Das bedeutet, dass sie sich entweder nicht genug Lebensmittel oder nur qualitativ unzureichende Lebensmittel leisten können. 

Wer wenig Geld zur Verfügung hat, ernährt sich außerdem häufiger ungesünder. Studien zeigen: Der Konsum von Obst und Gemüse steigt mit dem Einkommen. [6] 

Deshalb müssen wir dringend künstliche Preisaufschläge wie den Österreich-Aufschlag bekämpfen, damit gesundes Essen wieder für mehr Menschen leistbar wird.  

Wir haben den Preis von 30 Grundnahrungsmitteln zwischen Deutschland und Österreich verglichen. Das Ergebnis: Im Schnitt sind die Produkte in Österreich um knapp ein Viertel teurer. Besonders große Preisunterschiede gibt es bei Brot (Harry Vital & Fit Brot ist um knapp 80 Prozent teurer in Österreich als in Deutschland) und bei Joghurt (Danone Activia Natur ist in Österreich um über 80 Prozent teurer als in Deutschland). Insgesamt hat der Warenkorb gefüllt mit den identen 30 Grundnahrungsmitteln in Österreich 93,81 Euro gekostet und in Deutschland nur 75,39 Euro, also über 18 Euro mehr. [7] 

In der politischen Diskussion kommt immer wieder das Argument, dass unterschiedliche nationale Kennzeichnungsvorschriften ein Grund für Territoriale Lieferbeschränkungen seien. Das würde in der Praxis bedeuten: Ein österreichischer Supermarkt könne ein Produkt gar nicht von beispielsweise einem französischen Hersteller beziehen, da das Produkt nicht auf die entsprechenden Kennzeichnungsvorgaben oder Sprache von Österreich angepasst sei. Als Lösung wird vorgeschlagen, Informationen auf Lebensmittelverpackungen stärker zu digitalisieren – etwa über QR-Codes. 

Diese Argumentation ist falsch: Die eigentliche Ursache für den Österreich-Aufschlag sind Preis- und Lieferstrategien von Herstellern – nicht die Kennzeichnung. Wenn du einen Blick auf die Lebensmittel bei dir zuhause wirfst, wird du sehen: Zutatenlisten und Nährwerttabellen sind ohnehin in der Regel in mehreren Sprachen auf der Verpackung aufgedruckt.  

Die Diskussion rund um den Österreich-Aufschlag wird also dazu benutzt, Transparenz für Konsument:innen abzuschaffen. Dabei ist es gerade bei Lebensmitteln unerlässlich, dass wichtige Informationen, wie Zutaten, Nährwerte und Allergene auf einen Blick auf der Verpackung erkennbar sind.  

foodwatch hat die Aktion am 12. März 2026 gestartet.

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