Petitionen

Vom Acker bis ins Regal: Echte Preistransparenz für Konsument:innen jetzt!

  • Faire Lebensmittelpreise
  • Marktbeobachtung

Lebensmittelpreise haben seit Beginn der Teuerung 2021 erheblich zur Inflation beigetragen und stellen für viele Haushalte eine enorme Belastung dar. Dabei ist völlig unklar, auf welcher Basis die großen Handelskonzerne Preise setzen und welche Gewinnmargen sie dabei erzielen. Konsument:innen sind dieser Preissetzung beim Zahlen an der Kassa machtlos ausgeliefert. Daher braucht es endlich eine schlagkräftige Preisbeobachtungskommission, die Gewinnmargen in der Wertschöpfungskette beleuchtet und die Preissetzung nachvollziehbar macht. Unterschreibe jetzt für transparente Preise!

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Vom Acker bis ins Regal: Echte Preistransparenz für Konsument:innen jetzt!

  • Faire Lebensmittelpreise
  • Marktbeobachtung

Lebensmittelpreise haben seit Beginn der Teuerung 2021 erheblich zur Inflation beigetragen und stellen für viele Haushalte eine enorme Belastung dar. Dabei ist völlig unklar, auf welcher Basis die großen Handelskonzerne Preise setzen und welche Gewinnmargen sie dabei erzielen. Konsument:innen sind dieser Preissetzung beim Zahlen an der Kassa machtlos ausgeliefert. Daher braucht es endlich eine schlagkräftige Preisbeobachtungskommission, die Gewinnmargen in der Wertschöpfungskette beleuchtet und die Preissetzung nachvollziehbar macht. Unterschreibe jetzt für transparente Preise!

Gute Lebensmittel dürfen etwas kosten. Denn faire Preise sind eine Voraussetzung dafür, dass Qualität, Herkunft und eine vielfältige Lebensmittelproduktion gesichert werden können. Gleichzeitig muss gutes Essen für alle leistbar bleiben, denn Lebensmittel gehören zu unseren elementaren Grundbedürfnissen. 

Die Preissetzung in österreichischen Supermärkten ist für Konsument:innen eine Blackbox. Sie haben keinen Einblick, wie die Preise entstehen und auf welcher Basis teils massive und sprunghafte Preissteigerungen gesetzt werden. Damit bleibt für Konsument:innen auch völlig undurchsichtig, wohin ihr Geld beim Einkauf letztlich fließt. Gleichzeitig herrscht in Österreich eine hohe Marktkonzentration im Lebensmittelhandel, in der einige wenige große Akteure bestimmen, welche Produkte zu welchen Preisen angeboten werden. Das Resultat: Ein großes Machtungleichgewicht zwischen Konsument:innen, Handel und Erzeugern. 

Gerade die Teuerung zeigt, wie wichtig Preistransparenz bei Lebensmitteln ist. Die stark gestiegenen Lebensmittelpreise haben seit 2021 erheblich zur Inflation beigetragen. Wenn Preise stark und sprunghaft steigen, haben Konsument:innen ein Recht darauf zu erfahren, wo diese Preissteigerungen entstehen und wer davon profitiert. Gleichzeitig müssen die Behörden über die nötigen Instrumente verfügen, um Preisentwicklungen und Margen nachvollziehen, Auffälligkeiten erkennen und bei Wettbewerbsproblemen wirksam handeln zu können. 

Die Bundesregierung hat sich bereits zur Lösung dieses Ungleichgewichts bekannt. 2025 kündigte sie mehr Markttransparenz an. Unternehmen sollen demnach ihre Margendaten künftig verpflichtend über eine digitale Schnittstelle an die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) melden. Zudem soll die Behörde grundlegend gestärkt werden. 

Doch das reicht aus Sicht der Konsument:innen nicht: Die angekündigten Maßnahmen müssen konsequent weitergedacht werden: Es braucht eine unabhängige Stelle, welche die relevanten Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette systematisch erhebt und analysiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse müssen regelmäßig dem Parlament berichtet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Somit können auch  Konsument:innen nachvollziehen, wie sich Lebensmittelpreise zusammensetzen und wo Preissteigerungen entstehen.  

Um echte Transparenz herzustellen, muss es den Konsument:innen auch möglich sein, Preise niederschwellig und in Echtzeit vergleichen zu können. Dafür braucht es rechtliche Rahmenbedingungen, die es unabhängigen Vergleichsportalen ermöglichen, tatsächliche Supermarktpreise abzubilden. Das von der Regierung eingerichtete Preisradar der Statistik Austria ist im Hinblick auf einen Preisvergleich im Supermarkt für Konsument:innen völlig ungeeignet. 

  1. Eine unabhängige Preisbeobachtungskommission, die laufend analysiert, wie Lebensmittelpreise entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen und Gewinnmargen verteilt sind, dem Parlament regelmäßig berichtet und zentrale Erkenntnisse öffentlich zugänglich macht. 

  2. Eine Stärkung von unabhängigen Preisvergleichsportalen durch die Schaffung eines gesetzlichen Rahmens. Supermärkte ab einer bestimmten Größe sollen dazu verpflichtet werden, aktuelle Daten zu ihren Preisen und ihrem Sortiment über eine standardisierte Schnittstelle zugänglich zu machen.  

  3. Die Regierung muss endlich ihre Ankündigungen umsetzen und die Kompetenzen der Bundeswettbewerbsbehörde ausbauen: Die BWB soll bei Problemen im Wettbewerb nicht nur Empfehlungen abgeben, sondern Unternehmen auch zu konkreten Änderungen verpflichten können. 


Hintergrundinformationen

Die Bundesregierung hat bereits 2025 angekündigt, die bestehende Preiskommission neu aufzustellen, Lebensmittelpreise entlang der Wertschöpfungskette stärker zu beobachten und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zu stärken [1]. Anfang 2026 kam die Ankündigung hinzu, Unternehmen zu verpflichten, Preis- und Margendaten vertraulich an die BWB zu melden [2]. Umgesetzt wurde davon bisher nur das Preisradar der Statistik Austria. Wichtige Werkzeuge für echte Transparenz entlang der Wertschöpfungskette fehlen jedoch weiterhin. Auch bei der Stärkung der BWB ist die Regierung weiterhin säumig. 

In Österreich gibt es zwar bereits eine Preiskommission nach dem Preisgesetz. Diese ist aber keine unabhängige Preisbeobachtung für Lebensmittel: Sie ist ministeriell angesiedelt, wird vor allem in konkreten Verfahren beratend tätig und kontrolliert weder Preisentwicklungen noch Gewinnmargen im Lebensmittelhandel laufend und eigenständig.  

Genau diese Lücke will foodwatch schließen und fordert deshalb eine unabhängige Preisbeobachtung, die eigenständig und regelmäßig prüft, wie Preise und Gewinnmargen entlang der Wertschöpfungskette entstehen, weitergegeben und verteilt werden – insbesondere bei starken Preisanstiegen. 

Konsument:innen müssen nachvollziehen können, wie Preise und Preissprünge entstehen und wo ihr Geld landet. Gerade bei Lebensmitteln, auf die alle angewiesen sind, stärkt mehr Transparenz die Position der Menschen gegenüber großen Handelskonzernen. Aktuell ist die Preissetzung in Österreich eine Blackbox – was auch von Ökonom:innen, Politik und Interessenvertretungen regelmäßig kritisiert wird. [3]  

Auch für den Wettbewerb ist Transparenz wichtig: Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) sieht darin einen Hebel für mehr Wettbewerb im Sinne der Konsument:innen. Das ist besonders relevant, weil die vier größten Handelsketten in Österreich rund 91 Prozent des österreichischen Lebensmittelmarkts kontrollieren. Das österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und die BWB haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die hohe Marktkonzentration den Handelsunternehmen erhebliche Marktmacht gegenüber Konsument:innen und Lieferanten verschafft. Mehr Transparenz kann dazu beitragen, dieser Machtungleichheit entgegenzuwirken. [4,5]

Nur wer Preise einfach vergleichen kann, ist in der Lage günstiger einzukaufen. Dafür müssen Supermärkte ihre Preisdaten in einer nutzbaren Form zur Verfügung stellen. Es darf nicht von zivilgesellschaftlichen Projekten (wie beispielsweise preisrunter.at) abhängen, diese Daten mühsam und unvollständig selbst zusammenzutragen. 

Auch die Bundeswettbewerbsbehörde sieht bessere Preisvergleiche als wichtigen Baustein gegen hohe Lebensmittelpreise. Laut BWB-Chefin Natalie Harsdorf könnten mehr Transparenz und bessere Vergleichsmöglichkeiten internationalen Studien zufolge zu bis zu vier Prozent niedrigeren Preisen beitragen. [6] 

Die BWB warnt selbst davor, dass sich bereits nach drei bis sechs Monaten kaum noch eindeutig feststellen lässt, ob eine Mehrwertsteuersenkung dauerhaft an die Konsument:innen weitergegeben wurde oder andere Marktentwicklungen die Preise verändert haben. [7] 

Eine unabhängige Preisbeobachtungskommission mit Einblick in Preis-, Kosten- und Margendaten könnte die Preisentwicklung dauerhaft nachvollziehen. Anders als bei einer punktuellen Kontrolle der Regalpreise könnte sie regelmäßig untersuchen, wo Preissteigerungen entlang der Wertschöpfungskette entstehen und ob etwa eine Mehrwertsteuersenkung auch langfristig bei den Konsument:innen ankommt. 

Damit Preisvergleichsplattformen funktionieren können, müssen Supermärkte ihre Preisdaten einfach, verlässlich und möglichst in Echtzeit zur Verfügung stellen. Auch die BWB forderte bereits 2023 einen klaren rechtlichen Rahmen und digitale Schnittstellen zu den Preisdaten der Handelsketten. Dazu müssten die Supermarktketten eine Schnittstelle zu ihren IT-Systemen aufmachen, damit diese Vergleichsplattformen in Echtzeit zugreifen könnten. [6] 

Private Initiativen beweisen, dass Preisvergleich grundsätzlich funktioniert – ihre Schwierigkeiten zeigen aber zugleich, warum ein verbindlicher Zugang zu den Daten notwendig ist. 

In Österreich kann die BWB bislang lediglich Empfehlungen aussprechen, solange kein konkreter Kartellrechtsverstoß vorliegt. Die BWB selbst fordert daher stärkere Befugnisse nach italienischem Vorbild, um bei Wettbewerbsproblemen wirksamer eingreifen zu können. [8] 

Laut den Zahlen der Statistik Austria sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in Österreich seit der Teuerung (August 2021) insgesamt um 31,2 % gestiegen, während die allgemeine Inflation um insgesamt 28,3 % gestiegen ist. [9] 

Auch wenn das der Handelsverband konsequent negiert: Die Zahlen belegen, dass die gesetzten Lebensmittelpreise einen gewichtigen Anteil an der Inflation seit 2021 hatten und weiterhin eine Belastung für die Haushalte darstellen. Gerade im Billigsegment, wo auch die Eigenmarken der Supermärkte eine bedeutsame Rolle spielen, ist es seit der Teuerung zu exorbitanten Preisanstiegen gekommen. [10] 

Frankreich verfügt seit 2010 über eine Beobachtungsstelle für Lebensmittelpreise und -margen (OFPM). Sie analysiert Preise, Kosten sowie Brutto- und Nettomargen entlang der gesamten Lebensmittelkette – von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Handel. Die Ergebnisse werden jährlich dem Parlament vorgelegt und zugleich öffentlich zugänglich gemacht. Konsument:innen können Berichte, Zusammenfassungen und Analysen einsehen.  

Auch Spanien verfügt mit dem „Observatorio de la Cadena Alimentaria“ seit 2010 über eine staatliche Beobachtungsstelle für Entwicklungen entlang der Lebensmittelkette. [11] 

foodwatch hat die Aktion am 18. September 2026 gestartet.

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