Petitionen

Stoppt den Pestizid-Bumerang: Schluss mit illegalem Gift-Handel!

  • Pestizide

Giftige Chemikalien auf unseren Tellern: In der EU verbotene Pestizide werden exportiert – und kehren als Rückstände in Reis, Bananen und anderen Lebensmitteln zu uns zurück. Ein gefährlicher Bumerang! Die EU hat 2020 versprochen, dem ein Ende zu setzen. Doch noch immer gibt es kein Gesetz. Fordere die EU-Kommission auf, endlich zu handeln und den Export dieser giftigen Chemikalien zu verbieten.

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Stoppt den Pestizid-Bumerang: Schluss mit illegalem Gift-Handel!

  • Pestizide

Giftige Chemikalien auf unseren Tellern: In der EU verbotene Pestizide werden exportiert – und kehren als Rückstände in Reis, Bananen und anderen Lebensmitteln zu uns zurück. Ein gefährlicher Bumerang! Die EU hat 2020 versprochen, dem ein Ende zu setzen. Doch noch immer gibt es kein Gesetz. Fordere die EU-Kommission auf, endlich zu handeln und den Export dieser giftigen Chemikalien zu verbieten.

Sehr geehrte Frau von der Leyen,  

in der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit – einem Teil des EU Green Deal – hatte die Kommission ein Exportverbot für in der EU verbotene Pestizide versprochen. Bis Ende 2023 sollte ein entsprechender Rechtsakt vorgelegt werden. Doch nach der Konsultationsphase kam der Prozess ins Stocken, der Vorschlag wurde nie veröffentlicht. Währenddessen geht der Export dieser gefährlichen Chemikalien ungehindert weiter.  

Als EU-Bürger:in und Konsument:in fordere ich Sie auf:  

  • Beenden Sie die Doppelmoral! Giftige Pestizide, die wegen ihrer Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in der EU-Landwirtschaft nicht verwendet werden dürfen, können derzeit noch immer in andere Länder verkauft und exportiert werden. Doch diese gefährlichen Chemikalien sollten nirgendwo auf der Welt eingesetzt werden.  

  • Stoppen Sie den so genannten „Bumerang-Effekt“!  Lebensmittel, die mit verbotenen Pestiziden behandelt wurden, werden wieder in die EU importiert und landen auf unseren Tellern. Die EU muss eine Null-Toleranz-Regelung für diese Rückstände einführen.  

Mit freundlichen Grüßen 

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Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission

Hintergrundinformationen

Pestizide sind Chemikalien, die in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Krankheiten, Schädlingen, Unkraut oder anderen Organismen eingesetzt werden. Es gibt je nach Zweck verschiedene Kategorien:     

  • Insektizide (gegen Insekten)   

  • Herbizide (gegen Unkraut)   

  • Fungizide (gegen durch Pilze verursachte Krankheiten)   

Was in Europa aus gutem Grund auf unseren Feldern verboten ist, darf von Unternehmen mit Sitz in der EU weiterhin hergestellt und in Drittstaaten exportiert werden. Die Folgen für die Landwirt:innen, Plantagenarbeiter:innen und Anwohner:innen vor Ort sind fatal: Vergiftungen, Krankheiten, zerstörte Lebensgrundlagen. Auch die Umwelt leidet massiv. So ist etwa in ganzen Regionen in Costa Rica das Grundwasser verseucht. [1] 

Über importierte Lebensmittel kehren die bei uns verbotenen Pestizide in Form von Rückständen auf unsere Teller zurück. Dieses Phänomen wird als „Bumerang-Effekt“ bezeichnet. [2] Zwar dürfen diese Stoffe in der EU nicht mehr eingesetzt werden, in Importprodukten sind ihre Rückstände aus handelspolitischen Gründen aber weiterhin erlaubt. Deshalb fordern wir eine Null-Toleranz-Regelung: Verbotene Pestizide dürfen auch über den Umweg von Importen nicht in die EU gelangen. Das schützt nicht nur Konsument:innen vor gefährlichen Rückständen, sondern sorgt auch für faire Wettbewerbsbedingungen. Europäische Landwirt:innen müssen dann nicht mehr mit Produzenten konkurrieren, die noch auf diese giftigen Mittel zurückgreifen dürfen.  

2024 haben die EU-Mitgliedsstaaten den Export von rund 122.000 Tonnen Pestiziden zugelassen, obwohl diese in der EU aufgrund der Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bereits verboten sind. Verglichen mit dem Jahr 2018 (81.000 Tonnen Pestizide) stellt dies eine Steigerung um rund 50 Prozent dar. [3] 

foodwatch fordert ein Ende der Doppelmoral beim Umgang mit gefährlichen Pestiziden. Chemikalien, die aufgrund ihrer schädlichen Wirkung auf Gesundheit und Umwelt in der EU verboten sind, dürfen nicht länger in andere Länder exportiert werden. Diese giftigen Pestizide sollten weltweit nicht eingesetzt werden.  

Zudem fordert foodwatch ein Verbot des sogenannten Bumerang-Effekts: Lebensmittel, die mit diesen verbotenen Pestiziden behandelt wurden, dürfen nicht in die EU importiert werden. Die EU muss eine Null-Toleranz-Grenze für Rückstände solcher Stoffe in Lebensmitteln einführen. 

Nach jahrelangen Kampagnen von foodwatch und anderen NGOs hat die EU-Kommission 2022 endlich den Gesetzgebungsprozess eingeleitet. Dieser blieb jedoch in der sogenannten „Konsultationsphase" stecken, in der Input von Interessengruppen und Expert:innen eingeholt wird. Zwar erwähnt Kommissar Christophe Hansen das Thema in seiner Agrifood-Vision – allerdings deutlich abgeschwächt gegenüber früheren Entwürfen: So ist beispielsweise beim Export verbotener Pestizide lediglich von einer Folgenabschätzung die Rede. Konkrete Maßnahmen fehlen weiterhin. 

foodwatch hat die Aktion am 15.04.2025 gestartet. 

110603

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