Ein foodwatch-Supermarktcheck auf Basis von Daten der Plattform preisrunter.at zeigt massive Preissprünge bei einzelnen Lebensmitteln seit 2021. Manche Produkte kosten heute dreimal so viel wie zu Beginn der Teuerung. Das macht ein grundlegendes Problem sichtbar: Für Konsument:innen bleibt unklar, was hinter solchen Preissteigerungen steckt – höhere Kosten oder höhere Gewinne? Diese Preis-Blackbox muss endlich geöffnet werden.
Lebensmittelpreise seit der Teuerung höher als Gesamtinflation gestiegen
Seit Beginn der Teuerung sind Lebensmittel für viele Haushalte in Österreich zu einer echten Belastung geworden. Die Zahlen zeigen: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind seit August 2021 um 31,2 Prozent gestiegen, die Gesamtinflation beläuft sich im selben Zeitraum auf 28,3 Prozent. Lebensmittel haben damit in den fünf Jahren erheblich zur Inflation beigetragen.
foodwatch-Supermarktcheck zeigt massive Preissprünge
Immer wieder melden Konsument:innen bei foodwatch Produkte, deren Preise erheblich angestiegen sind. Viele davon stammen aus dem Billigsegment der Supermärkte. Mithilfe von Daten der Plattform preisrunter.at hat foodwatch die Preisentwicklung überprüft – mit auffälligen Ergebnissen: Einzelne Lebensmittel wurden seit Beginn der Teuerung 2021 um 80, 100 oder sogar mehr als 150 Prozent teurer.
Der Preisanstieg wirft viele Fragen auf: Sind die Preissprünge durch höhere Kosten erklärbar? Oder zahlen Konsument:innen am Ende auch für steigende Gewinnmargen im Handel? Wir wissen es nicht – und genau das ist das Problem. Lebensmittelpreise dürfen keine Blackbox bleiben.
Preismonitoring der Statistik Austria für Preisvergleich ungeeignet
Die foodwatch vorliegenden Zugriffszahlen zeigen: Fast 70 Prozent aller erfassten Zugriffe auf das Preisradar der Statistik Austria entfielen auf die erste Woche. Danach wurde das Tool im Schnitt nur noch rund 1.500 Mal pro Woche aufgerufen. Das zeigt: Dieses Preisradar schafft keine Preistransparenz und ist für Konsument:innen unbrauchbar.
Gerade bei stark gestiegenen Lebensmittelpreisen brauchen Konsument:innen einen Preisvergleich, der im Alltag funktioniert: aktuell, einfach nutzbar und mit echten Vergleichsmöglichkeiten zwischen Supermärkten und Produkten. Dafür braucht es klare gesetzliche Vorgaben: Handelsketten müssen verpflichtet werden, aktuelle Produkt- und Preisdaten standardisiert bereitzustellen, damit Preisvergleichsportale auch wirklich vergleichen können.
foodwatch fordert:
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Eine unabhängige Preisbeobachtungskommission, die laufend analysiert, wie Lebensmittelpreise entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen und Gewinnmargen verteilt sind
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Eine Stärkung von unabhängigen Preisvergleichsportalen durch die Schaffung eines gesetzlichen Rahmens
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Die Regierung muss endlich ihre Ankündigungen umsetzen und die Kompetenzen der Bundeswettbewerbsbehörde ausbauen
Es ist an der Zeit, die Blackbox Lebensmittelpreise zu öffnen. Wer an der Supermarktkassa mehr bezahlt, muss nachvollziehen können, wohin sein Geld fließt und wer von steigenden Preisen profitiert.
Lebensmittelpreise müssen vom Acker bis ins Regal transparent werden, damit Preise für Konsument:innen endlich nachvollziehbar werden!
Wie kam es zu der Auswahl der Produkte beim Supermarktcheck?
Konsument:innen haben foodwatch zahlreiche Beispiele für stark gestiegene Lebensmittelpreise zugesendet. Für den Preischeck haben wir uns bewusst auf Produkte aus dem Billig- und Preiseinstiegssegment konzentriert, weil gerade sie für viele Haushalte beim täglichen Einkauf besonders wichtig sind. Bei diesen Produkten lohnt sich ein genauer Blick, weil Handelsketten mehr Einfluss auf Sortiment, Platzierung und Preissetzung haben als bei klassischen Markenprodukten. foodwatch wird auch künftig weitere solcher Produktchecks mit anderen Marken durchführen.