Presseaussendung 07.08.2026

Nach foodwatch-Strafanzeige im Babymilch-Skandal: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen Nestlé und Danone ein

Französische Behörden bestätigen Zusammenhang zwischen verunreinigter Babymilch und erkranktem Säugling / Gutachten könnte rechtliche Schritte für weitere Betroffene in Österreich ermöglichen 

 Im Fall rund um verunreinigte Babymilch gibt es gute Neuigkeiten: Die Staatsanwaltschaft hat nun in Österreich Ermittlungen gegen die Konzerne Danone und Nestlé aufgenommen. Den Ermittlungen ist eine Strafanzeige von foodwatch gegen die beiden Konzerne vorausgegangen. Die Konsument:innenschutzorganisation steht mit den Behörden im engen Austausch, um bestmöglich zur Aufklärung dieses Skandals beizutragen. Neue Recherchen aus Frankreich und ein Gutachten in Österreich könnten zudem wichtige Erkenntnisse in der juristischen Aufarbeitung bringen.  

Hartnäckige Aufklärungsarbeit von foodwatch bringt Stein ins Rollen  

Nachdem im Frühjahr bereits die Staatsanwaltschaft in Frankreich Ermittlungen eingeleitet hatte – auch hier hat foodwatch eine Anzeige eingebracht – laufen nun auch Untersuchungen in Österreich. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt im Fall Danone, jene in Wien hat Ermittlungen gegen Nestlé eingeleitet. foodwatch steht hier mit den Behörden in Kontakt und liefert umfassende Informationen, um den Skandal bestmöglich aufklären zu können.  

Erster Zivilprozess im Babymilch-Skandal gestartet – Gutachten könnte neue, wichtige Erkenntnisse bringen  

Zeitgleich zu den Ermittlungen läuft in Dornbirn ein Zivilprozess gegen den Konzern Nestlé. Es ist der erste Prozess, der in Österreich im Fall rund um verunreinigte Babymilch geführt wird. Die betroffenen Eltern erheben Ansprüche gegen den Hersteller nach dem Produkthaftungsgesetz sowie auf Schmerzengeld und Pflegeaufwand. Das von der Familie in Auftrag gegebene mikrobiologische Gutachten könnte auch für weitere Betroffene wichtige Vorarbeit für rechtliche Schritte leisten. foodwatch steht auch hier mit dem Anwalt der Familie in Kontakt, um den Betroffenen mit umfangreichen Informationen rund um den Babymilch-Skandal tatkräftig zur Seite zu stehen.    

„Die aktuellen Geschehnisse stimmen uns vorsichtig optimistisch und zeigen, dass sich hartnäckige Aufklärungsarbeit lohnt. Endlich bekommt dieser Skandal die Aufmerksamkeit, die sich all die Betroffenen verdienen”, so Markus Linkeseder von foodwatch Österreich.   

Recherchen bringen neue Details ans Tageslicht 

In Frankreich, wo die Staatsanwaltschaft nach einer foodwatch-Anzeige ebenfalls ermittelt, haben Recherchen von Radio France, RTS und RTBF neue Details ans Licht gebracht. Demnach soll die Staatsanwaltschaft einen konkreten Zusammenhang zwischen dem Konsum kontaminierter Säuglingsnahrung und dem Nachweis von Toxinen im Stuhl eines 24 Tage alten Säuglings bestätigt haben. Das könnte ein wichtiger Baustein in den Ermittlungen sein, da die Konzerne bisher jeglichen Zusammenhang negieren. Bei foodwatch haben sich seit Beginn des Skandals etwa 90 Betroffene gemeldet, die einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Verabreichung der potenziell kontaminierten Babymilch und dem Auftreten von Symptomen gegenüber der Organisation bestätigen. 

„Laut unseren Informationen wurde das medizinische Personal in Österreich sehr spät über die Kontamination informiert, was zur Folge hatte, dass bei den erkrankten Säuglingen kaum Untersuchungen auf eine mögliche Cereulid-Vergiftung stattgefunden haben und wenn Stuhlproben genommen wurden, dann zu spät”, fügt Markus Linkeseder hinzu.  

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