Im Skandal um mit dem Toxin Cereulid verunreinigte Säuglingsmilch hat foodwatch Österreich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Die Anzeige richtet sich gegen Nestlé und Danone – sieben Betroffene haben sich angeschlossen.
Für foodwatch ist die Rechtslage eindeutig: Unternehmen tragen die volle Verantwortung für die Sicherheit ihrer Produkte. Wenn Lebensmittel verunreinigt oder nicht sicher sind, müssen sie sofort handeln. Das heißt: die Behörden informieren, Produkte vom Markt nehmen und Konsument:innen umfassend aufklären. Gerade bei Säuglingsnahrung darf es keinen Spielraum geben. Transparenz und proaktive Information sind keine freiwillige Leistung, sondern Pflicht. Genau hier sieht foodwatch erheblichen Klärungsbedarf.
Verdacht auf verspätete und falsche Information
foodwatch hat Anzeige erstattet, weil Hinweise darauf hindeuten, dass die öffentlichen Rückrufe von Danone und Nestlé zu spät erfolgt sind.
Hinzu kommt: Konsument:innen wurden laut Berichten von Betroffenen in einer ohnehin belastenden Situation unzureichend oder teilweise falsch informiert – und ihre Kinder womöglich einem vermeidbaren Risiko ausgesetzt.
Auch die Frage, ab wann die betroffenen Produkte tatsächlich im Handel erhältlich waren, ist offen. Es gibt Hinweise darauf, dass verunreinigte Babymilch bereits Monate vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Skandals im Umlauf war. Das deckt sich mit Berichten von Betroffenen über Vergiftungssymptome bei ihren Säuglingen, die sich bei foodwatch gemeldet haben.
foodwatch: Mehr als 220 Meldungen dokumentiert
Mehr als 220 Menschen haben sich seit Bekanntwerden des Skandals bei foodwatch Österreich gemeldet und ihre Fälle geschildert. Viele haben – entgegen den Empfehlungen von Behörden und Unternehmen – betroffene Produkte nicht zurückgeschickt, sondern aufbewahrt. Noch immer wenden sich regelmäßig betroffene Eltern an foodwatch. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung.
Weitere rechtliche Schritte möglich
Die Strafanzeige ist ein erster Schritt. foodwatch prüft derzeit weitere rechtliche Maßnahmen – insbesondere im Hinblick auf mögliche Schäden bei Betroffenen.
Klar ist: Solange zentrale Fragen ungeklärt sind, wird foodwatch weiter Druck machen und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Antworten zu bekommen.
Du willst sichere Lebensmittel?
Dafür kämpfen wir von foodwatch jeden Tag. Skandale wie dieser zeigen, wie wichtig unabhängige Aufklärung, Druck auf Unternehmen und rechtliche Schritte sind. Das kostet Zeit, Expertise und Geld.
Unterstütze unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende – damit wir weiter für Transparenz und sichere Lebensmittel kämpfen können.