In der EU besteht eine strenge Gesetzgebung bezüglich verbotener Pestizide. Doch die wenigsten wissen, dass dahinter eine Doppelmoral steckt – denn noch immer werden toxische Substanzen auf den Weltmarkt exportiert, die anschließend durch Importe wieder auf unseren Tellern landen.
In der EU sind viele Pestizide verboten – und das aus gutem Grund. Doch während sie hier nicht mehr verwendet werden dürfen, produzieren Konzerne die hochgiftigen Substanzen munter weiter und exportieren sie in alle Welt.
Von dort kommen sie als Rückstände über importierte Lebensmittel wieder zurück auf unsere Teller. Das ist nicht nur scheinheilig, sondern brandgefährlich für unsere Gesundheit.
Export nimmt zu
Eine neue Studie der NGO Public Eye in Zusammenarbeit mit Unearthed zeigt: Der Export von in der EU verbotenen Pestiziden ist in den letzten Jahren massiv gestiegen – von 81.000 Tonnen (2018) auf 122.000 Tonnen (2024). Darunter sind auch Mittel, die für Bienen hochgefährlich sind oder als krebserregend gelten. Während sich die Chemie-Konzerne bereichern, zahlen Menschen und Umwelt in den Zielländern den Preis für das giftige Geschäft.
Stoppt den Pestizid-Bumerang
Mach jetzt bei unserer Petition mit und fordere: Schluss mit illegalem Gift-Handel!
Der Bumerang trifft uns alle
Dass dieser gefährliche Handel auch für uns Menschen in Europa Konsequenzen hat, zeigt sich bei der Analyse von Lebensmitteln, die in die EU importiert werden. So hat die EFSA 2023 festgestellt, dass 35,7 Prozent der Produkte einen oder mehrere Pestizidrückstände erhalten. Auf 8,5 Prozent befanden sich illegale Rückstände. Insgesamt wurden mehr als 400 Pestizide gefunden, über 200 davon waren illegal.
Oft befinden sich auf demselben Produkt mehrere Rückstände, wie beispielsweise eine Analyse von Paprikapulver zeigt: So wurden in den Gewürzproben 10 bis 19 verschiedene Pestizide gefunden.
Gefahren durch Pestizide
Von Insektiziden bis Fungiziden: Dass die Verwendung bestimmter Substanzen in der EU verboten wurde, hat gute Gründe. Sie gefährden die Gesundheit der Menschen, schaden Wasserorganismen selbst in kleinsten Mengen und stellen eine tödliche Bedrohung für Bienen dar. Doch produzierende Unternehmen verdienen immer noch Millionen mit dem Verkauf dieser Agrarchemikalien.
Die Rückstände und Abbauprodukte der Pestizide sammeln sich in der Nahrungsmittelkette an und bleiben oft auch Jahrzehnte nach Verboten noch dort bestehen. Ein Beispiel dafür ist DDT, das bereits 1972 verboten wurde, sich jedoch noch heute in Lebensmitteln tierischen Ursprungs findet. Zudem steigen der weltweite Verbrauch und der Export in Länder mit geringeren Sicherheitsstandards an, wenn Pestizide in Europa verboten werden. Das zeigt eindrücklich: Wir müssen heute aufhören, in der EU verbotene Pestizide weltweit zu exportieren.
Die Situation in Österreich
In Deutschland ist bekannt, dass BASF für fast ein Drittel aller illegalen Pestizidexporte (2023) verantwortlich war. Für Österreich sind Daten zu Exporteuren illegaler Pestizide bislang kaum verfügbar. Warnungen zu belasteten Produkten tauchen indes auch in Österreich regelmäßig auf: Dieses Jahr wurden mehr als 25 Lebensmittel dokumentiert, die Rückstände von bis zu 8 verschiedenen verbotenen Wirkstoffen enthielten. Betroffen sind diverse Lebensmittel wie Trauben, Datteln, Cashewkerne und Zucchini.
Was kannst du tun?
Auf Bio-Produkten befinden sich kaum Rückstände. Daher ist ihr Kauf gerade bei Lebensmitteln, die von außerhalb der EU stammen, besonders empfehlenswert. Damit langfristig alle Menschen sichere und gesunde Lebensmittel kaufen können und die Pestizidanwendung auch außerhalb der EU zurückgeht, fordern wir einen Stopp der Pestizidexporte und Produktionsverbote für verbotene Chemikalien in der ganzen EU. Du kannst diese Forderung hier direkt an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen richten: