Newsletter 22.08.2014

4 Jahre Dioxon Skandal - außer Spesen nix gewesen / Blogger-Contest

Hallo und guten Tag,

im Januar 2011 waren in Deutschland fast 5.000 landwirtschaftliche Betriebe gesperrt. Der Dioxin-Skandal hatte damals seinen Höhepunkt erreicht. Alles begann wenige Wochen zuvor mit stark dioxinbelastetem Legehennenfutter aus Niedersachsen. Dioxine sind giftig und zum Teil krebserregend. Die EU und auch das Umweltbundesamt gehen davon aus, dass etwa 90 Prozent  der menschlichen Dioxinbelastung über die Nahrung aufgenommen werden.

Was glauben Sie, hat sich seitdem getan? So gut wie gar nichts!
Erstens: Von dem von der damaligen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ausgerufenen 10-Punkte-Plan ist nicht viel übrig geblieben.
Zweitens: Nur wenige Ermittlungsverfahren wurden überhaupt eingeleitet. Erst im Juli wurde das Verfahren gegen zwei ehemalige Geschäftsführer endgültig eingestellt, obwohl das stark belastete Futteröl aus ihrem Unternehmen stammte. Ein anderes Verfahren zieht sich seit Monaten in die Länge und wird erst im Herbst fortgesetzt. Fest steht: Wegen einer Straftat wurde noch niemand verurteilt.
Drittens: Die Geldbußen für Futtermittelpanscher wurden erhöht. Alle Erfahrungen zeigen jedoch, dass die bloße Androhung schärferer Strafen Betrug nicht immer verhindern kann.
Soll es das also gewesen sein? Lässt sich so in Zukunft giftiges Dioxin auf unseren Tellern vermeiden? Nein, ganz im Gegenteil.

Wir fordern: Futtermittelhersteller müssen verpflichtet werden, jede Charge einer Futtermittelzutat auf Dioxine und weitere Kontaminanten zu testen – und zwar bevor sie die Zutat in das Futter mischen. Es darf keine einzige Zutat in das Futter gelangen, die nicht die Grenzwerte einhält. Fordern Sie Bundesminister Christian Schmidt dazu auf, endlich zu reagieren und die Gesetzeslage anzupassen:

www.foodwatch.de/dioxin-aktion

Das Kontrollsystem hat gravierende Schwachstellen. Weil Futtermittel nicht konsequent auf Dioxin getestet werden müssen, gelangt immer wieder Gift über Futter in Milch, Eier oder Fleisch. Im Supermarkt ist dieses nicht zu erkennen. Futtermittelhersteller müssen deshalb verpflichtet werden, jede Charge jeder Futtermittelzutat vor der Verarbeitung auf Dioxine zu testen. So wird ein Haupteintragspfad für Dioxine in Lebensmittel geschlossen.

Hinzukommt: Die Grenzwerte für Dioxine orientieren sich noch immer nicht an der Gesundheit der Menschen, sondern sie werden nach der tatsächlichen Belastung der Produkte festgelegt. Ein absurder Fehler im System: Je höher zum Beispiel Fisch belastet ist, desto höher darf er es auch sein – wie schlecht das für die Verbraucher ist, spielt keine Rolle.

Schreiben Sie noch heute Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Fordern Sie ihn gemeinsam mit uns auf, endlich aktiv zu werden. Ein Gesetz, das zum Test jeder einzelnen Futtermittelzutat verpflichtet, würde die Lebensmittelsicherheit deutlich erhöhen.

Es würde sicherstellen, dass jede belastete Charge gefunden und vernichtet werden kann. Und die Hersteller hätten nicht mehr die Möglichkeit, unentdeckt hochbelastete Zutaten mit unbelasteten zu mischen, um so die hohe Belastung einzelner Zutaten zu vertuschen.

Schließen Sie sich bitte unserer Forderung an: Dioxin raus aus Futtermitteln, Hersteller rein in die Verantwortung.

Schreiben Sie jetzt an Minister Schmidt!

Klicken Sie sich rein,

Ihr foodwatch-Team

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