Nachricht 18.05.2026

Abmahnung an Rewe und Lidl: Irreführung bei Lachs

foodwtach/Canva

Siegel von ASC oder GGN sollen Vertrauen schaffen. Doch bei Lachs von Rewe und Lidl bleiben wichtige Informationen aus Sicht von foodwatch unklar. Deswegen mahnen wir die Händler ab.

Lachsprodukte bei Rewe und Lidl werben mit Nachhaltigkeits-Siegeln wie ASC oder GGN. Doch was hinter Versprechen wie „verantwortungsvoll produziert“ oder „umweltverträglich“ steckt, bleibt für Verbraucher:innen nach Ansicht von foodwatch nicht nachvollziehbar. 

Rewe und Lidl werden abgemahnt 

foodwatch hat Rewe und Lidl wegen irreführender Nachhaltigkeitswerbung abgemahnt. Betroffen sind Lachsprodukte der Marken „Meine Lieblinge“ bei Rewe und Nautica bei Lidl, die mit dem ASC- beziehungsweise GGN-Siegel werben.  

foodwatch kritisiert, dass die Werbeversprechen für Verbraucher:innen nicht ausreichend nachvollziehbar sind. Zudem vermittelten die Siegel ein geschöntes Bild der Produktionsbedingungen in der industriellen Lachszucht.

Annemarie Botzki - Porträt
Konzerne locken Verbraucher:innen mit wohlklingenden Nachhaltigkeitsversprechen und vertrauenserweckenden Siegeln, ohne offenzulegen, was dahintersteckt. Was Label wie ASC oder GGN vertuschen: Auch in zertifizierten Zuchtfarmen kommt es zu Ungezieferbefall und Massensterben.
Annemarie Botzki Recherche und Kampagnen

Was bedeutet „verantwortungsvoll produziert“? 

Nach Ansicht von foodwatch fehlen auf der Verpackung des Lachses von „Meine Lieblinge“ im Sortiment von Rewe ausreichende Erläuterungen dazu, was genau mit Begriffen wie „umweltverträglich“, „verantwortungsvoll produziert“ oder „soziale Standards“ gemeint ist.  

Auch die verlinkte Website der Zertifizierungsorganisation ASC liefert Verbraucher:innen aus Sicht von foodwatch keine ausreichenden Informationen zu den tatsächlichen Kriterien des Siegels. Die Aufschrift „Woher kommt unser Fisch? Scannen Sie den QR-Code“ erweckt nach der Ansicht von foodwatch den Eindruck, Verbraucher:innen könnten den Ursprung des Lidl-Produkts Nautica vollständig nachvollziehen. 

Lachs aus Norwegen: Kritik an industrieller Zucht 

Die Werbung vermittelt dazu ein geschöntes Bild der Produktionsbedingungen in norwegischen Lachsfarmen. Industrielle Lachszucht steht seit Jahren wegen hoher Besatzdichten, Ungezieferbefall und Belastungen für umliegende Ökosysteme in der Kritik. Auch Zuchtfarmen mit ASC-Zertifizierung waren schon von Missständen wie einem Massensterben von Lachsen betroffen. 

Greenwashing: Umweltwerbung muss klar erklärt werden 

Für Umweltwerbung gelten laut Bundesgerichtshof besonders strenge Anforderungen. Der BGH stellte 2024 klar: Unternehmen müssen bei umweltbezogener Werbung eindeutig erklären, was verwendete Umweltbegriffe bedeuten. Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltverträglich“ wecken hohe Erwartungen. Häufig bleibt jedoch unklar, worauf sich diese Aussagen beziehen. 

foodwatch bewertet die beanstandete Werbung als Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Die Verbraucherorganisation wirft Rewe und Lidl Irreführung sowie unzureichende Verbraucherinformation vor. 

Transparenz im Lachs-Regal

Lachs mit Nachhaltigkeits-Siegel klingt nach gutem Gewissen. Doch auch in zertifizierten Zuchtfarmen kann es zu Ungezieferbefall und Massensterben kommen. Verbraucher:innen müssen wissen, was auf dem Teller landet. Helfen Sie uns, Tierleid aufzudecken und Händler zur Verantwortung zu ziehen!

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