Affront gegen Aigner: Bayern für die Ampel
Während Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner in Berlin und Brüssel gegen die Ampelkennzeichnung arbeitet, kommt Gegenwind aus ihrer Heimat: Ausgerechnet CSU-Parteifreundin Beate Merk, die bayerische Justiz- und Verbraucherministerin, sprach sich für die Ampel aus.
Der Druck auf Bundesverbraucherministerin Aigner wächst. Ihre Parteifreundin und bayerische Amtskollegin Beate Merk forderte in einer Pressemitteilung die Einführung der Nährwert-Ampel – wörtlich heißt es darin: „Bayerns Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk fordert, für eine EU-weite Einführung einer Lebensmittelkennzeichnung nach Ampelfarben zu kämpfen: 'Die Ampel bietet Nährwertinformationen auf den ersten Blick. Sie ist ein optisches Signal, das den Verbrauchern eine schnelle Orientierung beim Einkauf von Lebensmitteln bietet. Werbung und Aufschrift auf den Verpackungen suggerieren oft Eigenschaften, die bei genauerem Hinsehen nicht zutreffen. Eine grafische und farbliche Nährwertkennzeichnung stellt dazu ein Gegengewicht dar und unterstützt die Verbraucher bei ihrer Entscheidung.'“
Merk beruft sich auf foodwatch-Umfrage
Weiter argumentiert Frau Merk: „Jüngste Meinungsumfragen zeigen ganz deutlich den Wunsch der Verbraucher nach einer grafischen und farblichen Nährwertkennzeichnung.“ Gemeint ist die Emnid-Umfrage im Auftrag von foodwatch: In Bayern, dem Heimatland von Beate Merk und Ilse Aigner, hatten sogar 75 Prozent der Befragten die Bundesregierung aufgefordert, sich für die Ampel einzusetzen – der höchste Wert in ganz Deutschland.