Aigner: „Deutsche Bank handelt verantwortungslos“
Für ihre Entscheidung, an der Spekulation mit Nahrungsmittelpreisen festzuhalten, erntet die Deutsche Bank heftige Kritik – auch von der Bundesregierung. Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) nannte die Haltung des größten deutschen Geldhauses in einem Gespräch mit dem Handelsblatt „verantwortungslos“.
Bundesagrarministerin Ilse Aigner fand ungewohnt scharfe Worte: "Die Deutsche Bank hat die Zeichen der Zeit offenbar nicht erkannt", kritisierte sie die Entscheidung von Deutschlands Bank Nummer eins, weiterhin hochspekulative Finanzprodukte auf Basis von Nahrungsmitteln anzubieten.
„Jedes Gespür vermissen lassen“
Am vergangenen Samstag hatte der Co-Chef der Bank, Jürgen Fitschen, auf der Grünen Woche in Berlin angekündigt, entsprechende Anlagen weiterhin anzubieten – obwohl er die Vorwürfe nicht widerlegen konnte, dass solche Produkte zu Preissteigerungen führen können, die für Menschen in den ärmsten Ländern der Welt Nahrungsmittel unbezahlbar machen. „Wer angesichts von fast 900 Millionen hungernden Menschen auf der Welt hier keinen Unterschied macht, lässt jegliches Gespür vermissen und handelt verantwortungslos“, sagte Aigner dem Handelsblatt. „Ich erwarte, dass ein klarer Trennstrich gezogen wird zwischen verantwortungsvollen Investitionen, die hilfreich sind im Kampf gegen den Hunger, und Transaktionen, die Preisschwankungen weltweit verstärken können." Diese hätten auf den Agrarrohstoffmärkten nichts zu suchen, so die CSU-Politikerin weiter. Eine Kommentierung, die foodwatch voll und ganz unterstützen kann.