Newsletter 26.02.2013

Allianz und Deutsche Bank: So viel Skrupellosigkeit hätten wir nicht erwartet

foodwatch hat es ans Licht gebracht: Während Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen die Spekulation mit Nahrungsmitteln verteidigt, warnt seine eigene Forschungsabteilung vor den schweren Folgen. Öffentlich behauptet Deutschlands größtes Geldhaus, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Spekulation und steigenden Nahrungsmittelpreisen – dabei belegen mehrere Dokumente von „DB Research“, dass die Deutsche Bank selbst von einem solchen Zusammenhang ausgeht. Sogar den Deutschen Bundestag hat die Deutsche Bank über ihre eigenen Erkenntnisse belogen, nur, um die erträglichen Wetten auf Kosten der Ärmsten fortsetzen zu können. Und das, obwohl es hier um Leib und Leben von Menschen geht! Ganz ehrlich: So viel Skrupellosigkeit hätten auch wir nicht erwartet. Bitte helfen Sie mit und fordern Sie die Deutsche Bank zum Ausstieg auf – unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion:

www.foodwatch.de/aktion-deutschebank

Eine Milliarde Menschen leidet Hunger, Hunderttausende Kinder sind chronisch mangelernährt. Schon ein kurzfristiger Anstieg der Lebensmittelpreise kann bei ihnen zu bleibenden Schäden und zum Hungertod führen. Exzessive Spekulation steht in der Kritik, genau diese Preisspitzen verursachen zu können. Seit Monaten steigen deshalb immer mehr Unternehmen vorsorglich aus der Agrarspeklulation aus: die Commerzbank und die LBBW, die Berliner Landesbank und die DekaBank, Barclays und der französische Anbieter Amundi. Die Deutsche Bank dagegen hat sich entschieden, weiter zu machen – Co-Chef Jürgen Fitschen argumentiert, es gebe keinen Beleg für eine preistreibende Wirkung. In den Dokumenten aus der Forschungsabteilung seines Hauses liest sich das ganz anders: „Auch die Spekulation hat zu Preissteigerungen beigetragen“, heißt es in einem Papier unmissverständlich.  Und in einem weiteren: „Solche Spekulationen können für Landwirte und Verbraucher gravierende Folgen haben und sind im Prinzip nicht akzeptabel.“

Nicht akzeptabel? Das sehen wir auch so. Und Sie? Fordern Sie die Deutsche Bank jetzt auf, endlich Schluss zu machen mit der folgenschweren Agrarspekulation:

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Auch der Allianz-Konzern hat sich entschieden, an Nahrungsmittelspekulation festzuhalten. Dumm nur, dass auch er eine hauseigene Forschungsabteilung hat – die ebenfalls keine Entwarnung geben kann. foodwatch wurde ein als „nur für den internen Gebrauch, vertraulich“ gekennzeichnetes Papier von Juni 2012 zugespielt, in dem die Allianz-Rechercheure festhalten: Es sei „doch wahrscheinlich“, dass „spekulative Kapitalströme (…) die Preisentwicklung zumindest verstärkt haben“. In einem weiteren Papier hielt die Forschungsabteilung der Allianz bereits 2008 fest: Es sei „nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Spekulation übermäßige Preisentwicklungen zumindest fördert“.

Insgesamt sechs Papiere aus den Forschungsabteilungen sagen das Gegenteil von dem aus, was die Konzernchefs von Deutsche Bank und Allianz öffentlich behaupten! Doch es geht noch dreister: Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, belog sogar den Deutschen Bundestag über die eigenen Erkenntnisse. In einer Ausschuss-Anhörung sagte er vor einem halben Jahr, es gebe „kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung, dass die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten zu Preissteigerungen oder erhöhter Volatilität geführt hat.“ Dabei hätte er die gegenteiligen Einschätzungen der Abteilung DB Research durchaus kennen können: Folkerts-Landau selbst ist der Leiter dieser Abteilung.

Die Öffentlichkeit täuschen, den Bundestag belügen – nur, um weiter Geschäfte auf Kosten Hungernder zu machen. Damit muss endlich Schluss sein! Fordern Sie die Deutsche Bank zum Ausstieg auf, unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion:

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Ihr foodwatch-Team

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