Nachricht 13.11.2014

Amerikanische Wissenschaftler: TTIP vernichtet Arbeitsplätze

Befürworter des geplanten transatlantischen Freihandelsabkommens versprechen gerne, TTIP bringe Wachstum, Wohlstand und Arbeit. Eine neue Studie der Tufts-Universität bei Boston kommt jetzt allerdings zu einem anderen Schluss: TTIP könne zu Wachstumseinbußen führen und Arbeitsplätze vernichten. Allein in Deutschland könnten 134.000 Jobs verloren gehen.  

Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus den USA passen so gar nicht zu den Heilsversprechen der TTIP-Befürworter. Die aktuelle Studie warnt, das geplante Abkommen führe zu einem Abschwung der Wirtschaftsleistung, Einkommensverlusten der Bevölkerung sowie zu einem Abbau von Arbeitsplätzen. Bisherige Untersuchungen zu TTIP würden auf ungeeigneten wirtschaftlichen Modellen beruhen und seien daher keine gute Grundlage für eine politische Bewertung des Freihandelsabkommens.

Die Ergebnisse weichen nach Angaben der Wissenschaftler „dramatisch“ von bisherigen Einschätzungen zu TTIP ab:

  • Ungefähr 600.000 Arbeitsplätze in der Europäischen Union sind durch TTIP gefährdet. Allein in Deutschland droht der Verlust von 134.000 Jobs.
  • Die Wirtschaftsleistung in Nordeuropa würde sinken (- 0,5 Prozent). Für Deutschland kalkulieren die Wissenschaftler einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,29 Prozent.
  • Auch die Netto-Exporte würden zurückgehen – dabei betonen TTIP-Befürworter besonders gerne die positiven Effekte auf den Export, gerade auch für eine exportorientierte Wirtschaftsnation wie Deutschland. Die Bostoner Studie kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass sich die Netto-Exporte in Deutschland in zehn Jahren um 0,29 Prozent verringern würden.
  • Die Arbeitseinkommen würden sich ebenfalls reduzieren. In Deutschland um 3.400 Euro pro Kopf.