Nachricht 01.07.2026

Baruth: Red Bull pumpt Brandenburgs Grundwasser ab

foodwatch/Ressourcen-Bündnis Baruth/Guter Grund

Red Bull darf 92 Prozent des Grundwassers nutzen, während Anwohner:innen unter den Folgen von Wasserstress leiden. Eine Bürgerinitiative wehrt sich. foodwatch war bei 36 Grad vor Ort.

Unsere Kollegin Alina Nitsche ist in Baruth. Unter einer Linde im Schatten spricht sie mit den Menschen der ansässigen Bürgerinitiative. Brandenburg ist eines der trockensten Bundesländer. Vielerorts sollen die Menschen Wasser sparen, bei angekündigten Rekordtemperaturen. Trotzdem pumpt dort der Konzern Red Bull riesige Mengen Grundwasser ab. 

Red Bull sichert sich 92 Prozent des Grundwassers 

Das Wasserwerk Baruth darf jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser entnehmen. Davon stehen 92 Prozent Red Bull und der Partnerfirma Rauch zu. Das ist sogar mehr Wasser, als Tesla in Grünheide nutzen darf. Für alle anderen Menschen bleiben nur acht Prozent. Die Verträge laufen ganze 25 Jahre. Das Schlimmste: Niemand weiß, was genau vereinbart wurde, da die Stadt Baruth die Einsicht verweigert. 

Bild von Alina Nitsche
Wenn es um das Allgemeingut Grundwasser geht, muss Transparenz Pflicht sein. Es darf keine geheimen Absprachen zwischen Stadt und Red Bull geben.
Alina Nitsche Kampagnen und Recherche

Red Bull will zusätzlich Wald für Dosenfabrik roden lassen 

Es geht noch weiter: Zusätzlich zur bisherigen Produktion will Red Bull nun auch Dosen in Baruth herstellen lassen. Ein Drittanbieter soll die Stätte übernehmen. Dafür müssten 16 Hektar Kiefernwald gerodet werden und teilweise würde die neue Fabrik sogar ins Wasserschutzgebiet ragen. 

Wasserknappheit in Brandenburg spitzt sich zu 

Schon heute fehlt in vielen Regionen das Wasser. Laut BUND herrscht in 15 von 18 Brandenburger Landstrichen Grundwasserstress. Trotzdem zahlen die Konzerne für Wasser sehr wenig. Beispielsweise in Brandenburg kostet der Kubikmeter nur rund 10 Cent. In Berlin zahlen Firmen dafür das Dreifache. 

Bürgerinitiative in Baruth wehrt sich gegen Red Bull 

Die Menschen in Baruth lassen sich das nicht gefallen, deshalb haben sie sich im “Ressourcen-Bündnis Baruth” organisiert. Bei unserem Besuch war auch die Initiative Guter Grund vor Ort und hat die Bürgerinitiative unterstützt. Denn in einigen Siedlungen laufen die Brunnen jetzt schon leer. Alte Häuser sacken ab, weil der sinkende Grundwasserspiegel den Torf austrocknen lässt und die Holzpfeiler zersetzt werden. Der Blick auf die Zukunft bereitet deshalb große Sorge: Die Klimakrise macht die Jahreszeiten immer extremer. 

Was foodwatch gegen die Konzerne tut 

foodwatch kämpft für Transparenz, wenn es ums Grundwasser geht. Wer und wie viel vom kostbaren Allgemeingut abpumpt, darf nicht geheim bleiben. Wir recherchieren deshalb, wo Behörden die Auskunft verweigern, decken Skandale auf und machen öffentlich Druck. 

Helfen Sie, das Grundwasser zu schützen 

Wir nehmen kein Geld von Staat oder Lebensmittelindustrie. Unternehmen wie Red Bull dürfen sich nicht weiter ungehindert den Großteil von Ressourcen wie Grundwasser reservieren, während sich alle anderen den kleinen Rest teilen müssen. Doch dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Die Industrie-Lobby ist mächtig, aber nicht unbesiegbar. Werden Sie jetzt Spender:in: So schützen wir gemeinsam unser Grundwasser!

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