Biologiestunde mit Ritter Sport, Kochunterricht mit Dr. Oetker? Schluss damit!
Hallo und guten Tag,
gemeinsam Kochen, Backen, Einkaufen gehen – es ist wichtig, dass Kindern in der Schule Wissen über Lebensmittel und Ernährung vermittelt wird. Viel zu oft allerdings dient Ernährungsunterricht Lebensmittelfirmen als Einfallstor für versteckte Marketingmaßnahmen! Das Problem ist: Gerade in der Ernährungsbildung müssen sich Lehrerinnen und Lehrer ihre Unterrichtsmaterialien oft selbst organisieren und womöglich sogar aus eigener Tasche bezahlen. Es ist absurd: Zwar gibt es für die Ernährungsbildung über alle Klassenstufen hinweg längst hervorragendes, unabhängig erstelltes Material, beispielsweise vom staatlich finanzierten „aid Infodienst“. In das Material sind also bereits Steuergelder geflossen – damit es Lehrer im Unterricht einsetzen können, müssen sie sich die Mappen in der Regel aber gegen Gebühr beschaffen – und aus eigener Tasche bezahlen!
Für die Industrie ist das eine Einladung für Schleichwerbung im Klassenraum: Lebensmittelhersteller und Wirtschaftsverbände bieten ihre Unterrichtsblätter gratis an und schleichen sich so auf dreiste Art und Weise in die Schulen. Die Broschüren von Ritter Sport, Dr. Oetker & Co. sind oft vollgepackt mit Markenlogos und versteckten Werbebotschaften. Schon kleine Kinder werden so in den Schulen direkten oder subtilen Werbe- und Lobbyeinflüssen ausgesetzt. Die Rechnung der Konzerne ist einfach: Sie wissen, die Kleinen sind die Kunden von morgen. Die Eltern sind gegen solche Einflüsse machtlos.
Erste Stunde Bio mit Ritter Sport, zweite Stunde Kochunterricht mit Dr. Oetker – wir finden: so darf Schule nicht funktionieren! Werbliche Unterrichtsmaterialien haben an Schulen nichts verloren! Staatlich finanzierte Lehrmaterialien müssen kostenfrei an Lehrer abgegeben werden!
Unterzeichnen Sie jetzt unsere neue Protestaktion an die zuständigen Minister der Bundesländer – Schluss mit Schleichwerbung in der Schule:
www.schule-aktion.foodwatch.de
foodwatch hat in einer Recherche suggestives Unterrichtsmaterial der Lebensmittelbranche zusammengetragen – Beispiele daraus: Ritter Sport etwa bringt Schülern mit seiner Unterrichtsmappe für den Biologie- oder Geschichtsunterricht bei: „Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Schokolade glücklich macht.“ Die Firma Kellogg's präsentiert eine eigenartige Ernährungspyramide, in der ihre Frühstücksflocken auf eine Stufe mit Brot und Reis gestellt werden – obwohl Experten viele Produkte von Kellogg's aufgrund des hohen Zuckergehalts massiv kritisieren. Kellogg's empfiehlt das Material trotzdem sogar „zur Therapie bei übergewichtigen Kindern.“ Und Dr. Oetker lädt mit einer Unterrichtsmappe Kinder zum gemeinsamen Backen ein – auf den Arbeitsblättern für Erst- und Zweitklässler ist das Marken-Logo aufgedruckt, die abgebildeten Kinder tragen Dr.Oetker-Schürzen, in den Rezeptvorschlägen werden Dr.Oetker-Produkte empfohlen.
Mit solchen Werbemaßnahmen an Schulen binden Lebensmittelhersteller schon die kleinsten Kunden an sich und machen ihnen dabei vor allem Süßigkeiten oder Snacks schmackhaft. Gleichzeitig wird dies als „Engagement“ für die Bildung dargestellt. Dabei sind solche Bildungsprojekte für Lebensmittelfirmen nicht mehr als ein Feigenblatt, um von der eigenen Verantwortung für Fehlernährung und Übergewicht bei Kindern abzulenken.
Wir fordern die für Bildung zuständigen Minister der Bundesländer auf: Werbliche bzw. von Lebensmittelunternehmen und Lobbyverbänden gesponserte Materialien an Schulen müssen verboten werden. Bund und Länder müssen zudem eine Lösung dafür finden, dass staatlich finanzierte, unabhängige Lehrmaterialien, wie sie z.B. vom aid infodienst verfügbar sind, an Lehrer immer kostenlos abgegeben werden.
Schulen müssen werbe- und suggestionsfreie Räume werden!
Machen sie jetzt mit!
www.schule-aktion.foodwatch.de
Noch eine Bitte: Verhelfen Sie dieser wichtigen Aktion zum Erfolg und leiten Sie dafür diese Nachricht jetzt an Ihre Bekannten und Freunde weiter!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
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P.S.: Ob perfide Marketingmethoden für Kinderlebensmittel oder die Gefahren des geplanten TTIP-Abkommens: Unser Einsatz für Verbraucherrechte ist nur möglich mit Ihrer Hilfe - bitte unterstützen Sie uns und werden Sie Fördermitglied:
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