Deutschland trinkt sich krank: CDU lehnt Zuckersteuer trotzdem ab
Die CDU hat die Zuckersteuer abgelehnt, obwohl Deutschland beim Zuckerkonsum über Getränke trauriger Spitzenreiter ist. Expertin Luise Molling vertritt unsere Position bei Hart aber Fair. Wird aus der Debatte endlich wirksame Politik?
26 Gramm Zucker pro Kopf und Tag konsumieren Deutsche, allein über Getränke. Damit sind wir Spitzenreiter in Westeuropa. Laut Weltgesundheitsorganisation sind zuckergesüßte Getränke ein zentraler Treiber für Adipositas. Jede:r vierte Erwachsene ist hierzulande betroffen, bereits jeder siebte Todesfall hängt mit ungesunder Ernährung zusammen. Es ist unbestreitbar: Flüssiger Zucker macht krank.
Trotzdem verweigert sich die CDU auf ihrem Parteitag einer Abgabe auf stark gezuckerte Getränke und hat damit eine wirksame Maßnahme gegen die Adipositas-Epidemie blockiert.
Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Übergewicht und Adipositas betroffen. Diese Entwicklung sehen wir Ärztinnen und Ärzte mit großer Sorge. Die Bundesregierung muss endlich handeln und die Zuckersteuer auf den Weg bringen!Präsident der Bundesärztekammer
Beispiel Großbritannien: Zuckersteuern funktionieren
Über 100 Staaten weltweit erheben bereits Abgaben auf zuckergesüßte Getränke. In Großbritannien führte eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe dazu, dass der Zuckeranteil in Softdrinks um 35 Prozent sank.
Entscheidend ist: Nicht die Verbraucher:innen haben ihr Verhalten ändern müssen, sondern die Hersteller haben ihre Rezepturen angepasst. Genau so entsteht präventiver Gesundheitsschutz.
Hart aber fair: Die Debatte um süße Getränke ist da
Auch wenn die CDU abgewunken hat: Das Thema ist politisch angekommen. Über 40 Organisationen haben sich in einem offenen Brief an die CDU gewendet. Mehr als 50.000 Menschen haben an das CDU-Präsidium geschrieben. Die Medien berichten bundesweit.
Am Montag, den 23.02., vertrat Luise Molling unsere Position bei der ARD-Talkshow Hart aber fair. Ihre Debattenpartner:innen waren unter anderem Karl Lauterbach, Eckart von Hirschhausen und FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner.
Sie möchten die Debatte anschauen? Hier geht es zur ARD-Mediathek.
Schleswig-Holstein will Zuckerabgabe in den Bundesrat bringen
Das Bundesland geht trotz Widerstand der CDU voran: Spätestens das Anliegen im Bundesrat Fahrt aufnimmt, wird auch die Zuckerlobby massiv gegensteuern. Genau deshalb braucht es nun unabhängige Recherchen um Fakten zu schaffen, Marktanalysen, politische Gespräche und öffentlichen Druck von foodwatch.
foodwatch nimmt kein Geld vom Staat
... oder der Industrie. Denn wir möchten unabhängig bleiben, damit unsere Laboranalysen, Umfragen und Recherchen wirklich zählen und Verbraucher:innen zugutekommen können. Wir setzen der Zuckerlobby weiter etwas entgegen: Für gesündere Kinder. Für weniger Krankheiten. Für eine Politik, die sich am Gemeinwohl orientiert. Gemeinsam können wir die Zuckersteuer durchsetzen. Bitte stärken Sie unsere Arbeit mit einer Spende!