Danone führt die Ampel ein
Was für ein Paukenschlag: Danone führt auf seinen Produkten freiwillig eine Lebensmittel-Ampel ein. Danone reagiert damit auch auf öffentlichen Druck. Unser jahrelanger Protest zeigt endlich Wirkung. Doch eine freiwillige Ampel eines einzelnen Herstellers ist nutzlos. Die Idee ist, dass wir im Supermarkt verschiedene Produkte einfach miteinander vergleichen können - das geht nicht, wenn nur ein Hersteller mitmacht. Wir brauchen das, was Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen schon seit langem fordern: eine einheitliche und verpflichtende Ampel! Unterschreibt jetzt unsere Protestaktion!
Hallo und guten Tag, Die Lebensmittelindustrie wehrte sich jahrelang gegen eine solche Kennzeichnung - lässt sich doch mit hochverarbeiteten, unausgewogenen Lebensmitteln der größte Gewinn erzielen. Als vor ein paar Jahren in der EU über eine verbindliche Ampel diskutiert wurde, brachte die Industrie die Initiative mit einer beispiellosen Kampagne zu Fall. Neuerdings wollen Coca-Cola, Nestlé und drei andere Lebensmittelkonzerne eine eigene Industrie-Ampel einführen. Der Haken: Das ist eine Ampel, die ihren Namen nicht verdient. Die Kriterien sind so lasch, dass sogar ein Produkt wie Nutella keine einzige rote Ampel bekäme. Das darf nicht zum europäischen Standard werden! Doch jetzt zeigt Danone, dass es auch anders geht. Danone will die sogenannte Nutriscore-Ampel einführen. Ein Modell, das unabhängig von der Industrie durch französische Wissenschaftler entwickelt wurde und auch von der französischen Regierung unterstützt wird. Die Nährwertangaben aller Produkte sollen schrittweise ab 2019 auf den Verpackungsvorderseiten zusätzlich mit dieser "französischen Ampel" vereinfacht dargestellt werden. Das erklärte der Danone-Konzern am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Bundestag. Danone hat erkannt, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher die Ampel wünschen - und beugt sich unserem jahrelangen Protest. Aber: Wenn Danone alleine vorprescht, ist die Kennzeichnung nutzlos. Denn die Idee der Lebensmittel-Ampel ist ja, dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt verschiedene Produkte schnell miteinander vergleichen können - das geht nicht, wenn nur ein Hersteller die Ampel einführt. Deshalb müssen die die Chance jetzt nutzen und uns gemeinsam für eine einheitliche und verpflichtende Ampel stark machen. Unterschreiben Sie jetzt unsere Protestaktion an die Bundesregierung!
Die NutriScore-Ampel wurde im vergangenen Jahr von der französischen Regierung - auf freiwilliger Basis - eingeführt und bereits von zahlreichen Unternehmen (auch Danone) übernommen. NutriScore nimmt eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor, indem günstige und ungünstige Bestandteile mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet werden. Schließlich wird das Ergebnis mit einer fünfstufigen Farbskala dargestellt, die zugleich mit den Buchstaben A-E hinterlegt ist. Ein Produkt mit einem günstigen, ausgewogenen Nährwertprofil erhält somit eine grüne Einordnung und den Buchstaben A, ein sehr unausgewogenes Produkt enthält eine rote Bewertung und den Buchstaben E. |
Das Modell unterscheidet sich damit von dem Ampel-System, das die englische Lebensmittelbehörde FSA bereits 2007 entwickelt hatte. Diese "Original-Ampel" zeigt nicht eine einzige Farbskala, sondern vier: jeweils für die Zutaten Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz. Beide Systeme haben in einem großen Vergleichstest der französischen Regierung dazu geführt, dass Menschen gesünder einkaufen.
Wir sagen: Ob NutriScore aus Frankreich oder die Original-Ampel aus Großbritannien - entscheidend ist, dass wir ein von unabhängigen Experten entwickeltes System haben, das die Nährwerte eines Produkts mit einer farblichen Kennzeichnung direkt auf der Produktvorderseite darstellt und die Vergleichbarkeit von Produkten gewährleistet. Und zwar verpflichtend für ALLE Lebensmittelhersteller!
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