Nachricht 05.08.2026

Das Geflügel kann kaum noch laufen

Collage: foodwatch/M.J. Zuidhof, B.L. Schneider, V.L. Carney, D.R. Korver, F.E. Robinson

Masthühner sind seit 1950 vier Mal schwerer geworden und vielen Legehennen brechen die Knochen. In der Geflügelhaltung muss sich was ändern, aber Minister Rainer will nicht. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Geschäftsführer Dr. Chris Methmann.

Hühner sind gewitzt: Sie können rechnen, warnen mit zig Lauten vor Gefahren oder verkünden aufgeregt, dass sie etwas Leckeres entdeckt haben. Küken spielen überraschend komplexe Spiele. 

Doch ihr späteres Leben ist kein Spaß: Legehennen leiden an schmerzhaften Knochenschäden. Bis zu 97 Prozent einer Herde haben ein gebrochenes Brustbein. Den auf Hochleistung getrimmten Tieren zieht die Eier-Massenproduktion das Kalzium aus den Knochen. 
 

Masthähnchen werden immer schwerer

Auch den Masthähnchen geht es nicht besser. Ihr durchschnittliches Gewicht hat sich seit 1950 mehr als vervierfacht, so sehr sind sie auf Fleischmasse getrimmt. Viele Tiere kommen buchstäblich nicht mehr auf die Beine. 

Und der Druck auf die Tiere steigt. Der Eierkonsum wächst von Jahr zu Jahr. Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche 252 Eier pro Jahr. Und auch ihr Fleisch wird immer beliebter. Der Konsum von Geflügelfleisch ist in den letzten Jahren um 20 Prozent gestiegen. Den Absatz treiben der Proteintrend und der billige Preis.  
 

Minister Rainer will Geflügelhaltung nicht verbessern

Höchste Zeit, etwas zu tun. Doch Agrarminister Rainer streicht stattdessen bereits geplante Mittel für den Stallumbau. Für die Tiere wäre es nur ein kleiner Fortschritt gewesen. Für die Bundesregierung war es wohl immer noch zu viel. Minister Rainer und Kanzler Merz zeigen: Tierschutz ist ihnen egal. 

Die Arbeit für uns Tierschützer wird daher nicht einfacher. Doch wir lassen nicht nach. foodwatch streitet weiter für gesunde und glückliche Tiere. Und wir setzen darauf, dass sich uns viele Verbraucher:innen anschließen. Sind auch Sie dabei?  

Gemeinsam können wir etwas tun

Handel und Politik zeigen gern auf uns Verbraucher:innen, werfen uns Geiz an der Kasse vor. Dabei sind die Tiere in allen Haltungsstufen ähnlich krank – sogar in Bio-Ställen. Mehr Geld im Supermarkt zu lassen hilft leider nicht. Ein frecher Vorwurf also, gerade von jenen, die gar nichts für die Tiere tun. Ziehen wir die Verantwortlichen zur Rechenschaft!

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