Newsletter 25.09.2014

DIESE Babyprodukte sind unverantwortlich:

Hallo und guten Tag,

Süßigkeiten und Trinkmahlzeiten speziell für Säuglinge, Schokoladenbrei ab dem 6. Monat oder Zuckergranulat-Tees für die Kleinen: Die Regale in Supermärkten und Drogerien sind voll mit speziellen Produkten für Säuglinge und kleine Kinder.

Aber: Was viele Lebensmittelhersteller als altersgerecht oder gar gesund bewerben und für Babys empfehlen, wird diesem Anspruch oft nicht gerecht. Im Gegenteil: Häufig stehen die „Baby“-Produkte sogar im krassen Widerspruch zu den ärztlichen Empfehlungen für Säuglinge!

Die Hersteller versprechen Eltern gesunde Produkte – tatsächlich können diese jedoch Überfütterung und Kariesbildung fördern und Babys früh an einen hohen Zuckergehalt gewöhnen, warnen Zahnmediziner und Kinderärzte. Wir meinen: Das ist unverantwortlich! Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist prägend und beeinflusst das spätere Ernährungsverhalten eines Menschen unmittelbar. Und: Frühkindliche Karies in den ersten Lebensjahren ist in Deutschland auf dem Vormarsch.

Besonders umstritten: die kohlenhydratreichen Baby-Trinkmahlzeiten von Marken wie Hipp, Bebivita und Alete. Weil hier ein hohes Risiko der Überfütterung und Kariesbildung besteht, verlangen Experten seit langem einen Vermarktungsstopp. So fordert die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin bereits seit 2007 einen unverzüglichen Stopp der Vermarktung an gesunde Säuglinge. Diese sei „unverantwortlich und gefährdet die Kindergesundheit“. Auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten von Trinkmahlzeiten ab. Und Nestlé? Bietet solche Trinkmahlzeiten trotzdem weiter an... Deshalb ist die mit allerlei Gesundheitshinweisen beworbene „Alete Mahlzeit zum Trinken“ auch Kandidat bei der Wahl der dreistesten Werbelüge des Jahres.

Sie haben noch nicht abgestimmt? Dann hier entlang und schnell für Ihren Favoriten für den Goldenen Windbeutel 2014 abstimmen:

www.goldener-windbeutel.de

Die Werbepraktiken und unverantwortlichen Produkte für Säuglinge haben wir heute gemeinsam mit Experten der Bundeszahnärztekammer und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Leipzig auf einer Pressekonferenz öffentlich kritisiert.

Wir fordern, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Nur noch solche Produkte, die den Empfehlungen von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern entsprechen, sollen speziell als Säuglingsnahrung vermarktet werden dürfen.

Denn ein Produktcheck von foodwatch zeigt: Viele namhafte Hersteller haben Produkte im Sortiment, die zwar als babygerecht beworben, von Medizinern aber nicht für Säuglinge empfohlen werden! Die umstrittenen Trinkmahlzeiten zum Beispiel bezeichnen die Hersteller demnach als „vollwertige“ Mahlzeiten und gut für „gesundes Knochenwachstum“. Kekse für Säuglinge werden ohne Scherz mit dem Hinweis „ideal für kleine Hände“ beworben. Babybreis für die Kleinsten enthalten entgegen jeder Empfehlung synthetische Aromen und zum Teil mehr als 9 Prozent Zucker. Weiteres Beispiel: Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt unmissverständlich, „Babys und Kleinkinder sollten Wasser oder ungesüßte Kräutertees trinken“. Hipp dagegen bietet unter seiner Marke Bebivita Instant-Tees auf Basis von Zuckergranulat an, empfohlen für Kleinkinder ab einem Jahr. Auch unter der Hauptmarke Hipp hatte der Hersteller lange solche Granulat-Tees im Sortiment. Dafür gewann Hipp 2012 den Goldenen Windbeutel – und nahm die Produkte vom Markt.

Warum ist das alles möglich? Zwar unterliegt Säuglingsnahrung EU-weiten Bestimmungen, die in Deutschland in Form der Diätverordnung in nationales Recht umgesetzt sind. Darin sind etwa Vorgaben für den Vitamingehalt oder die Pestizidbelastung bei Babynahrung streng geregelt – für die Zusammensetzung der Zutaten fehlen aber zum Teil strikte Vorgaben.

Es ist wie so oft: Die Gesetze reichen für einen sicheren Gesundheitsschutz nicht aus. Und die Hersteller nutzen dies schamlos aus. Wir fordern: Klare Schranken für Hersteller, durch Gesetze ohne Schlupflöcher.

Auf solche Missstände im Lebensmittelbereich wollen wir mit der Wahl zum Goldenen Windbeutel aufmerksam machen. Je mehr abstimmen, umso größer das Zeichen an Politik und Unternehmen, endlich irreführende Praktiken zu stoppen. Deshalb ist jede Stimme wichtig! Machen Sie jetzt mit und wählen Sie die Werbelüge des Jahres:

www.goldener-windbeutel.de

Sie haben schon abgestimmt? Dann leiten Sie diese Nachricht nun unbedingt an viele Freunde weiter. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen! 

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Ihr foodwatch-Team

P.S.: Werbelügen sind das eine. Wir setzen uns aber auch weiterhin zum Beispiel gegen Nahrungsmittelspekulation und eine umfassende Kennzeichnung von Gentechnik in Lebensmitteln ein. 30.000 sind wir schon bei foodwatch. Seien auch Sie dabei – werden Sie Fördermitglied:

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