Diese Umfrage zeigt:
Hallo und guten Tag,
in Sachen Werbelügen hat die Lebensmittelindustrie eine ganz einfache Verteidigungsstrategie: Es gebe weder Etikettenschwindel noch ganz legale Täuschungsmanöver, weil alles auf der Verpackung stehe, man müsse doch nur lesen.
Wie sehr sich aber Verbraucher über fehlende Informationen, unverständliche Angaben oder kleine Schriftgrößen auf Produktverpackungen ärgern, haben wir in einer repräsentativen Umfrage genauer nachgefragt.
Das Ergebnis ist ein schallendes Misstrauensvotum gegen Hersteller und Handel: Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) halten es für schwierig, die Qualität von Lebensmitteln anhand der Angaben auf der Verpackung richtig zu beurteilen. 69 Prozent wünschen sich „mehr Informationen“ direkt auf den Etiketten. Ebenfalls 69 Prozent haben sich schon mal über die zu kleine Schrift auf den Verpackungen geärgert.
Und sogar 90 Prozent halten eine Angabe zur Herkunft der wichtigsten Zutaten für wichtig. Doch genau die fehlt auf den meisten Produkten, weil die Hersteller nicht dazu verpflichtet sind. Wenn es um zuverlässige Informationen über die Qualität von Lebensmitteln geht, vertrauen aber nur 36 Prozent der Befragten den Herstellern, 39 Prozent den Supermärkten.
Die Lebensmittelwirtschaft steckt offensichtlich in einer Vertrauenskrise, die sie aber partout nicht wahrhaben will. So haben ihre Lobbyisten bislang jeden Anlauf für verbraucherfreundlichere Kennzeichnungsvorschriften und mehr Transparenz verwässert oder gänzlich abgewehrt. Die Ergebnisse des foodwatch-Verbraucherreports 2014 sind auch eine Aufforderung an Bundesernährungsminister Christian Schmidt, sich endlich dafür einzusetzen, dass morgen illegal wird, was heute noch legal ist: die Verbraucher mit irreführenden Angaben hinters Licht zu führen.
So lange die politisch Verantwortlichen sich nicht endlich stark machen für transparente und ehrliche Produkte, bleiben die dreisten Werbelügen und das ungute Gefühl, Lebensmittel von Unternehmen zu kaufen, die es mit der Wahrheit und dem Respekt vor ihren Kunden nicht sonderlich genau nehmen, die Regel und leider nicht die Ausnahme.
Mit Ihrer Teilnahme beim Goldenen Windbeutel können Sie den Druck auf die Politik erhöhen, mit klaren Regeln für vertrauenswürdige Etiketten zu sorgen. Machen Sie deshalb jetzt mit und wählen Sie die dreisteste Werbelüge des Jahres 2014 – wer soll den Goldenen Windbeutel in diesem Jahr erhalten?
Jede Stimme zeigt: Wir lassen uns Werbelügen nicht länger gefallen.
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Ihr foodwatch-Team
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