Nachricht 22.09.2025

Erfolg: Edeka legt Prüfbericht zu Keimen im Mineralwasser vor

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Nach öffentlichem Druck hat Edeka einen Prüfbericht zu seinem Mineralwasser vorgelegt. Fast 28.000 Menschen hatten die foodwatch-Petition unterstützt. Der Bericht bestätigt: Seit Anfang August ist das Wasser aus der Clara-Quelle wieder keimfrei.

Ein wichtiger Teilerfolg: Nach wochenlangem Drängen und fast 28.000 Unterschriften hat Edeka endlich nachgegeben und einen Prüfbericht vorgelegt. Das Dokument vom August bestätigt, dass keine Pseudomonas-Keime mehr im Mineralwasser der Edeka-Eigenmarken aus der Clara-Quelle in Sachsen-Anhalt nachweisbar waren. Die Produktion konnte wieder anlaufen. Anfang Juli hatte die Roxane GmbH mehrer Chargen der unter anderem bei Edeka verkauften Mineralwasser-Marken „Gut & Günstig“ und „Naturalis“ wegen gesundheitsgefährdender Keime zurückgerufen. 

Edeka reagiert auf foodwatch-Petition

Die Veröffentlichung des Prüfberichts ist ein erster Schritt in Richtung mehr Transparenz. Ohne den Druck der Petition hätte Edeka vermutlich weiter gemauert. Das zeigt: Wenn Verbraucher:innen gemeinsam aktiv werden, können sie Konzerne zum Handeln zwingen.

Offene Fragen bleiben

Trotz des Teilerfolgs bleiben wichtige Fragen unbeantwortet: 

  • Wie kam es zur Kontamination mit Pseudomonas-Bakterien? 
  • Welche konkreten Maßnahmen wurden ergriffen, um die hartnäckigen Keime zu eliminieren? 
  • Wie will Edeka künftige Verunreinigungen verhindern?

Pseudomonas-Bakterien sind bekannt für ihre widerstandsfähigen Biofilme in Industrieanlagen. Eine vollständige Entfernung ist schwierig und erfordert spezielle Verfahren.

Skandalumwitterter Abfüller

Zusätzliche Brisanz: Die Alma Group, der Mutterkonzern hinter dem Roxane-Werk im sachsen-anhaltinischen Jessen, steht in Frankreich gemeinsam mit Nestlé wegen illegaler Filterung von Mineralwasser vor Gericht. Das Misstrauen gegenüber den Produktionsmethoden ist also berechtigt. 

Mit der Vorlage des Prüfberichts schließt foodwatch die Petition. Wir werden Edeka aber weiter im Blick behalten und auf engmaschige Eigenkontrollen bei der Clara-Quelle und allen anderen Eigenmarken-Quellen inklusive proaktiver Veröffentlichung der Ergebnisse pochen. Denn Verbraucher:innen haben ein Recht darauf zu wissen, was sie kaufen.

Transparenz muss Standard werden – nicht Ausnahme

Der Fall zeigt einmal mehr: Nur öffentlicher Druck führt zu Transparenz. Dabei sollte diese selbstverständlich sein. foodwatch fordert seit Jahren die automatische Veröffentlichung aller Kontrollberichte der Lebensmittelüberwachung – so wie es in Dänemark mit dem Smiley-System längst Realität ist.

Denn die Erfahrung zeigt: Transparenz wirkt präventiv. Betriebe, die wissen, dass ihre Kontrollergebnisse öffentlich werden, arbeiten sauberer. Und Verbraucher:innen können sich vor dem Einkauf informieren, wie es um Hygiene und Sicherheit bestellt ist. 

Die Lebensmittelbranche wehrt sich vehement gegen mehr Transparenz – dabei könnte sie gerade so Vertrauen schaffen. Über das foodwatch-Portal „Topf Secret" können Verbraucher:innen bereits heute Kontrollberichte anfragen. Eine gesetzliche Veröffentlichungspflicht würde diesen umständlichen Weg überflüssig machen.

Danke an alle 28.000 Unterstützer:innen! 

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