Erfolg: Regierung bringt Zuckersteuer auf den Weg
Die Zuckersteuer kommt, das hat die Bundesregierung endlich beschlossen. Ein großer Gewinn für die Gesundheit von Verbraucher:innen. Luise Molling berichtet.
Wenn die Bundesregierung wirklich eine Zuckersteuer einführt, wäre das ein Meilenstein für die Gesundheitsvorsorge. Zuckergetränke sind eine der Hauptursachen für Adipositas und damit verbundene Krankheiten. Mehr als 100 Länder weltweit haben bereits eine Zuckersteuer eingeführt – es wäre so wichtig, dass Deutschland endlich nachzieht.
Ein Kommentar von Luise Molling, Recherche und Kampagnen.
An diese Eilmeldung werde ich mich mein ganzes Leben erinnern: Die Regierung bringt die Zuckersteuer auf den Weg. Das haben die Bundesminister:innen in ihrer heutigen Sitzung beschlossen.
Was für ein Erfolg! Für die Kindergesundheit, aber auch für uns. Denn: Diesen Sieg haben wir alle gemeinsam errungen. Seit mehr als 10 Jahren konnten wir – dank unserer Unterstützer:innen – Debatten entfachen, Studien beauftragen, Bündnisse organisieren.
Verbraucher:innen wurden endlich gehört
Mit uns kämpften dabei Ärzteverbände, die Verbraucherzentrale - und vor allem: unsere Unterstützer:innen, ob mit einer Spende oder Unterschrift für eine unserer Zuckersteuer-Petitionen.
Zuletzt hat unser Appell an Lars Klingbeil in wenigen Tagen über 40.000 Unterzeichner:innen gewonnen. Und jetzt stehen wir hier. Ich bin so stolz auf uns: Ohne all das wäre dieser Tag nie gekommen. Vielen, vielen Dank.
Jetzt lohnt es sich für Konzerne, weniger Zucker in Cola & Co. zu kippen. Genau das hat in Großbritannien dazu geführt, dass der Zuckergehalt in Softdrinks um 35 Prozent gesunken ist. Weniger Zucker im Glas heißt: weniger Übergewicht, weniger Diabetes.
Noch im Februar wollte die CDU auf ihrem Parteitag am liebsten gar nicht über die Zuckersteuer sprechen. Heute trägt sie sie mit. So schnell kann sich Politik bewegen, wenn Verbraucher:innen gemeinsam aktiv werden.
Die Zuckerlobby will nicht kampflos untergehen
Der Beschluss der Regierung ist ein riesiger Schritt für die Zuckersteuer. Aber: Der Beschluss muss noch durch den Bundestag. Und Christoph Minhoff, oberster Lebensmittel-Lobbyist, hat klargemacht: Die Zuckerlobby wird in den nächsten Monaten alles zünden, was sie hat. Was das heißen könnte: Werbeanzeigen, Hintergrundgespräche, Briefe an Abgeordnete.
Beinahe drohend kommentierte der Lobbyverband der Ernährungsindustrie auch prompt unter den Erfolgspost unseres Geschäftsführers Chris Methmann: „Abwarten…"
Von Verbraucher:innen für Verbraucher:innen
Unser Auftrag ist klar: Jetzt müssen wir die Zuckersteuer gegen alle Widerstände über die Zielgerade bringen. Ich weiß, ich kann mich dabei auf unsere Mitglieder verlassen. Denn: Ihre regelmäßige Unterstützung macht uns unabhängig und schlagkräftig. Wir brauchen kein Geld von Lebensmittelkonzernen, keine staatlichen Zuschüsse, keine Werbeeinnahmen.
Das Engagement unserer Unterstützer:innen hält nicht nur die Zuckersteuer im Bundestag am Leben. Sie ermöglichen auch unseren Kampf gegen all die Probleme im Supermarkt: gegen Etikettenschwindel, gegen Pestizide im Apfel, gegen die Tierquälerei in Megaställen.
Jahrelange Arbeit hat sich heute gelohnt. Mit Ihnen schaffen wir jetzt auch noch die letzten Meter – werden Sie jetzt Mitglied! Gemeinsam machen wir den Supermarkt fairer für alle.
foodwatch nimmt kein Geld von der Lebensmittelindustrie
... oder dem Staat. Denn wir möchten unabhängig bleiben, damit wir weiterhin der Zuckerlobby die Stirn bieten können, ohne Konsequenzen zu fürchten. Wir setzen der Industrie weiter etwas entgegen: Gemeinsam können wir Hesteller zu weniger Zucker zwingen und gesündere Lebensmittel in die Supermarktregale bekommen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer regelmäßigen Spende!