Nachricht 18.03.2026

EU will gefährliche Ewigkeitschemikalien dauerhaft zulassen

Vlad Fratila via Canva

Die Folgen von PFAS-Pestiziden für Lebensmittel und Grundwasser sind drastisch. Trotzdem will die EU sie unbefristet zulassen. Zum Start der Agrarministerkonferenz fordert foodwatch die Minister auf, die Giftpläne abzulehnen.

Einmal in die Natur gelangt, verschmutzen sie dauerhaft Böden und Gewässer. Das sind PFAS, aufgrund ihrer extremen Langlebigkeit auch Ewigkeitschemikalien genannt. Die EU-Kommission will jetzt die regelmäßige Risikoprüfung von Pestiziden abschaffen – und könnte damit auch Wirkstoffe mit PFAS-Risiko dauerhaft zulassen. Das gefährdet unser Trinkwasser und unsere Lebensmittel. 

Annemarie Botzki - Porträt
Pestizid-Konzerne wie BayerMonsanto machen Kasse – die Zeche zahlen andere: Landwirt:innen, die krank werden, Kommunen, die horrende Kosten für ihre Wasserwerke stemmen müssen und Verbraucher:innen, die PFAS-Rückständen im Essen schutzlos ausgeliefert sind.
Annemarie Botzki Recherche und Kampagnen

Agrarministerkonferenz muss Giftpläne ablehnen!

Nach EU-Recht bewerten Behörden Pestizidwirkstoffe spätestens alle 15 Jahre neu. Künftig könnten sie unbefristet zugelassen bleiben – ohne neue Sicherheitsprüfungen. Dieser Vorschlag der EU-Kommission steht auf der Agenda der heute beginnenden Agrarministerkonferenz. Wir fordern: Die Agrarminister:innen der Länder und die Bundesregierung müssen die Pläne klar ablehnen! Pestizide müssen weiterhin regelmäßig überprüft werden. Wirkstoffe, die PFAS bilden, müssen zudem grundsätzlich verboten werden.

Eine aktuelle foodwatch-Analyse zeigt: 28 in der EU zugelassenen Pestizidwirkstoffe können zu PFAS-Abbauprodukten wie Trifluoressigsäure (TFA) zerfallen. Diese Stoffe gelangen über den Einsatz auf Feldern in Böden und Grundwasser – und werden dort kaum abgebaut.

Wasserwerke überfordert von Langzeit-Chemikalien

Selbst moderne Wasserwerke können PFAS nur mit großem technischem Aufwand entfernen. Prof. Dr. Matthias Maier von der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein sagte zum Beispiel gegenüber dem ZDF: „Technisch ist es praktisch nicht möglich, TFA aus dem Wasser herauszufiltern."  TFA gilt laut Bundesinstitut für Risikobewertung als reproduktionstoxisch, es kann also ungeborene Kinder im Mutterleib schädigen sowie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. TFA und wurde bereits in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Getreide und im Trinkwasser nachgewiesen. Gesetzliche Grenzwerte für TFA in Lebensmitteln fehlen bislang in der EU.

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Der Gift-Omnibus der EU

Die geplante Lockerung der Pestizidregeln ist Teil eines größeren Gesetzespakets („Food and Feed Safety Simplification Omnibus“). Offiziell will die Europäische Kommission damit Bürokratie abbauen – tatsächlich schwächt sie jedoch wichtige Schutzstandards. foodwatch kämpft für einen Stopp der Giftpläne.